Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 451 (sequence 471)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Grunwald, Mattersdorf. 451 einige Wochen vor Tischobeaw einen Bogen, mit dem sie an dem Tage selbst einige Pfeile abschössen, die sie dann auf das Grab eines nahen Verwandten legten. 51. In der „Echo"-Nacht blieben die Thorakundigen nach dem Gottesdienste noch in Schul, sie lernten den „Chorben" und machten „Chazoth". 52. Man fragte: „Wann ist der lange Borche?" (womit der Sabbatausgang des ersten Selichostages gemeint war). 53. Am Erew Roschhaschonoh mittags ist es Sitte, festlich zu speisen. Dabei werden runde Barches und Möhren (oder Kraut) serviert. 54. An den hohen Feiertagen werden hier die beiden Owinü Malkenüs: No al teschiwenü und Sochoir ki ofor in umgekehrter Reihenfolge, als sie im Gebetbuch steht, gesagt. 55. Die Verse Min Hamezar vor dem Schofarblasen sind neueste Einführung. Ebenso das Herumgehen mit dem Sefer am Kol Nidre-Abend, während der Vers Oir Sorüa 7 mal rezitiert wird. Dagegen war es Sitte, am Ende der Drosche Widduj zu sagen. Der Schluß der Drosche war folgender: „Wer poigea gewesen hot gegen den Kewod Hatoiro, gegen Kewod Talmide Chachomim usw., soll hitz miswade sein und das Sefer Toire mechileh beten.u 56. Am Roschhaschonoh werden im Oifan die Verszeilen Beuchen kol Estoineus nicht vom Vorbeter vorgetragen. 57. Am Roschhaschonoh soll man sich reichlich mit Schmuck behängen; am Jomkippur hingegen vermeide man alles Gold, um nicht an die Sünde des goldenen Kalbes zu erinnern. 58. Am Jomkippur wird, wenn er auf einen Wochentag fällt, zu Schacharis und zu Mussaf geduchent, ist es ein Sabbat, nur zu Schacharis. 59. Nach einer Verfügung des Chassam Ssofer soll hier ein Owel von den Selichothtagen bis nach den Schlußfeiertagen nicht als Vorbeter fungieren. 60—62. Am Jomkippur gehört Schischi dem Mussafbaltefillo, bekommt der Rabbiner nachmittags Maftir (Jona), — wird im Tempel der Boden mit Heu bestreut, — kleidete man die Kinder mit weißen Schlafmützen und weißen Röckchen. Als Mehlspeise erhalten sie sogenannte Apfelkräpl. 29*