Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 450 (sequence 470)
- Language
- German
- Belongs to
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450 Grunwald, Mattersdorf. zum Alijoskaufen an den weiteren Sabbaten und Jomim Towim nicht zugelassen wurde, das Jomkippurlicht im Tempel nicht aufstecken. 42. Am 2. Tag Pessach wird hier der Jozer „Schor o kessew" und an Sukkoth der Jozer „Wajehi b'schelom sukkoi" nicht gesagt. Neu eingeführt ist, daß Vorbeter und Gemeinde abwechselnd bei Uwo lezion die Keduscha rezitieren, daß die Gemeinde bei „Achenu bene Jisroel" an Montag und Donnerstag chorweise einfällt und am Sabbat vor dem Einheben Ps. III gesagt wird. 43. Am Schabbos Chol-Hamoed lud der Rabbiner die Thorakundigen für nach Mincha in seine Wohnung, wo bei gedecktem Tische die letzte Sugie besprochen wurde. 44. An den Sabbaten zwischen Pessach und Schobuoth war es üblich, als Mehlspeise Eiermazzeloch zu essen. Dies sind runde dünne Fladen, aus Eier, Mehl und Zucker bereitet und mit einem hohlen Schlüssel durchstochen, damit sie nicht aufgehen. Aus diesem Grunde wurden sie auch „ Schlüssel - mazzosu genannt. 45. In der Sefiroh wurde nicht gebadet. Man vermied auch möglichst das Steigen auf einer Leiter, sowie das Klettern, abends allein übers Feld zu gehen usw. Man könnte in dieser Zeit leicht zu Schaden kommen. 46. An dem letzten Festtage, an dem das Maskir abgehalten wird, gehörten die Alijos der Chewra Kadischa. (Mitget. von M. L. Trebitsch.) 47. Am Cholhamoed finden zumeist Verlobungen statt. Am Lag Beomer macht die Jugend Ausflüge. 48. Am Ausgange des Pessachfestes wurde nach dem Mariwgebet auf der Straße vomSchammes ausgerufen: „Chomez is ossür zu essen bis üm so und soviel." 49. An Festtagen, wenn Marowes gesagt werden, bekamen die Tempelbesucher vom Schammes kleine Wachskerzen. 50. Es war Sitte, am Tischobeaw den kleinen Kindern einen Kranz aus Knoblauch um den Hals zu hängen, von dem sie bei dem Besuche der Gräber so viel Knoblauchhäuptchen auf das Grab eines Anverwandten oder eines der Rabbiner legten, so viel Jahre sie zählten. Größere Knaben verfertigten