Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 459)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Agen 1× ep/1043981
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Grunwald, Mattersdorf. 439 k) Eine halbe Stunde vor Schabbeseingang: „Züü Keboole Schaabbes". 1) In den Sephiratagen wurden früher Mincha und Maariw zusammen gebetet. Bei Anbruch der Nacht rief der Schammes durch die Gassen: „Sephires Hooimer!" m) Bei einem Get wurde gerufen: „Zürn Get!", bei einer Ghalize: „Zur Chalize". Jeden Erew Jomtof: „Alle Leit sollen kümen in die warme Mikwe". Vor einer Leichenfeier werden die Leute mit dem Ruf „MesMizwe" zum Trauerzuge geladen. Dabei reicht der Schammes die Taharo-Kanne herum. Beim Gottesdienste: n) Vor Wiederholung der Tefilla wird ausgerufen: „Sehtike jofe beschas hatfilloh"; früher geschah dies bei jedem Gebete x) o) Roschchodesch wird nur am ersten Vorabende vor Schemoneesre „Roischchodesch" gerufen. p) An Roschhaschono und Jomkippur vor Boruch Scheomar wird das Aufrollen der Tageslektion in folgender Weise verkauft: „100 üm Chipesch". Das Einheben der Thora nach dem Aufrollen erfolgt bei Boruch Scheomar. 2. DiekleineSchul wollte auf das Anrecht auf eine eigene Drosche nicht verzichten. Als die etwas schwer zu rührende Zuhörerschaft einer Kolnidre-Drosche des alten Areb Dawid (R. David Kohn2) nicht die erhoffte Empfänglichkeit entgegenbrachte, rügte er, dessen Humor auch sonst berühmt war, diese Verstocktheit mit den Worten: „Ün wenn mo enk Paprika in de Agen straut, wot ets ach nix wane. As wor och enk sogen, des wot enk wane machen: do Petelsdorf er Wei is nix geroten." Da am Sabbatmorgen nicht im Tempel, sondern nur in der kleinen Schul Mussaf gebetet wurde, wurde diese von den Frommen nach Schacharis besucht. Schabbath Ghol-Hamoed betete der Chasen in der kleinen Schul, damit auch diese „beklomperscht" einen Chasen habe. 3. Schülklopfen. Der Schammes ordnet den Tempel, zündet insbesondere die Gebetskerzen und das Ner-tomid an (madlik 1) Wie sich Bräuche in derselben Gemeinde ändern s. bei Ghirondi, Toledot gedole Jisrael (Triest 1833) S. 67. 2) Kohn in Md. vgl. Wachst. W. J. II 496.