Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 448)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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428 G r u n w a 1 d, Mattersdorf. wiederholt öffentlich besprochen wurde. Jenes Buch wurde verbrannt. Nach R. Nathan finden wir auf dem Md.er Rabbinatssitze R. Gerson Chajuth Bochstein (auch Bockstadt, Birkenstadt Burgkunstadt), der nach kurzer Zeit Rabbiner in Nikolsburg wurde, wo er am 13. März 1789 (Feuchtwang im „Kaufmann- Gedenkbuch4' 381) gestorben ist1). Sein Schüler Mose Perls sagt von ihm: „Von Mose bis Gerson gab es keinen Onow (Bescheidenen) wie ihn." Von ihm geht die Überlieferung, er habe bei einer Überschwemmung in der Synagoge die Thora gelesen. Und so kamen die Wasser nur bis zum Eingange des Tempels. Nach ihm amtierte (nach 1770 und vor 1798) R. Jirmeja Rosenbaum, Sohn des Oswiecimer Rabbiners. Er verfaßte im Verein mit seinem Sohne Joab, Rabbiner in D.-Kreutz, Autor des „Schaare bina", das unter dem Titel ,,Modaahrabba wezutta" bekannte Werk „Modaah we'ones". R. Jirmeja starb, als Rabbiner von Samson2) in Debrecen 18053). (Über ihn Gr ü n - wald p. 55, 59). Sein Schwager, Rabbiner in Verbo, Verf. des „Schaare Thora", dessen Sohn R. Jirmeja Low in Satoralja ujhely). Zu seiner Zeit (1782)4) wurde in Md. eine israelitisch- 1) Die Grabschrift bezeichnet ihn alr rra ... 2"S rnnta*n Syn p^n nsa Tcnn...nm2K. R. Hirsch Ghajes war in M. zum Rabbiner gewählt worden, lehnte aber mit der Begründung ab, daß bei den Zollschwierigkeiten seine Bibliothek unterwegs leiden könne. Über ihn: Jew. Enc. u. Rivista 1905. 2) Nach Angabe seines Enkels Herrn Joab Weiß ist er in Samson gestorben. 3) Als Josef Hraschansky 1791 eine neue Talmudausgabe unternahm, zählte R. Jirmeja zu den auserlesenen Rabbinern, die er als Berater heranzog (Pollak 1. c. 165). Wie er mit Rücksicht auf die Armut der Gemeinde freiwillig auf einen Teil seines Gehaltes verzichtet: das. 4) Vgl. Mandl, Das jüdische Schulwesen in Ungarn, 10: „Die erste zeitgemäße jüdische Schule, welche in unserem Vaterlande unter dem Kaiser Josef errichtet wurde, war die sog. ,Deutsche Schule4 der jüd. Gemeinde zu Mattersdorf, an der i. J. 1782 .. Peter Beer angestellt wurde." Vielleicht hängt diese Tatsache damit zusammen, daß unter der Amtierung des liberalen Hofkanzlers Grafen Franz Esterhäzy die Unterrichtsreform in Ungarn durchgeführt und das Toleranzedikt für