Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 446)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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426 Grunwald, Matfersdorf. Stunden zurück. Daraufhin, da man wohl in diesemWunder einen Fingerzeig Gottes sah, sei er von der Gemeinde Md. sogleich zu ihrem Rabbiner gewählt worden. Er starb in Md. i. J. 1736. Ihm folgte im Rabbinate von Md. im Alter von 13 Jahren sein Sohn Nathan Nate, der, wie der Vater, nach dessen Schwiegervater, den Familiennamen „Schotten" trug. Er stand in dem Rufe, ein großer Kabbalis l zu sein. Sein Lehrer R. Jehuda Löb Strassower, der als Rabbiner in Rechnitz amtierte, wurde, so wird überliefert, in seiner Gemeinde verdächtigt, Sabbatianer zu sein, weil er in dem bekannten Streit zwischen Eybeschütz und Emden zugunsten des ersteren Stellung genommen hatte. Man sagte von ihm, er trage ein Kreuz unter dem Hemd. Sein Zwist mit der Gemeinde, in den auch die weltliche Behörde hineingezogen wurde, dauerte bis zu seinem Ableben1). Noch sein Grab wurde, wie das eines Gebannten, mit Steinen beworfen. Der dies getan, soll sogleich nach seiner Rückkehr vom Friedhof erblindet sein, während andererseits überlieferb wird, der benachbarte Grabstein, der des früheren Rabbiners, habe sich umgekehrt (vgl. Zipser in „Ben Chananjau 1864; daselbst auch S. 350 die Schutzmaßnahme gegen Verwüstung des Rechnitzer Judenfriedhofes). Ähnlich scheint es seinem Schüler Nathan Nate ergangen zu sein (wenn der Bericht Schern ha-gedolim hechadasch, Buchst, b N. 80 auf ihn zu beziehen ist). Auch ihn bezichtigte man der sabbatianischen Ketzerei. Er sollte eine Kamee auf dem bloßen Leibe tragen. (Vgl. Egyenlöseg 6. VII. 1918.) Als er einst das Bad aufgesucht hatte, fielen seine Gegner über seine Kleider her und durchsuchten sie nach irgendeinem Beweise für diesen Verdacht. Der so verfolgte Rabbiner hat daraufhin, wie man wissen will, über einen Hauptgegner den Fluch verhängt2), daß in seiner Nachkommenschaft eine Familie bis auf 1) Seine Selbstverteidigung: Hagoren 1,19. Über die von ihm eingeführten sabbatian. Neuerungen: Ezech. Landau, Nöda bi Jehuda IV, 16,1, über Chorin u. s. Beziehungen zum Sabbatian.: Low, Ges. Sehr. V, 192. 2) Nach Pollak (A Nagymartoni etc. 164) beschränkte sich dieser an Kolnidre von der Kanzel ausgesprochene Fluch auf die Familie des Mannes, der jene Kleider durchsucht hatte.