Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 425

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 425 (sequence 445)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2638044-2638085-2638086--2922-2640296
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Grunwald, Mattersdorf. 425 An Rabbinern, die in der Gemeinde Md. selbst als solche in Ausübung aller rabbinischen Amtspflichten tätig waren, ist zuerst R. Löb Frankfurter zu nennen. Er war der Sohn des Frankfurter Rabbiners Samuel ben Zebi, der vorher in Krakau seinem Berufe als Lehrer sich mit solcher Liebe hingegeben hatte, daß er ihn durchaus nicht mit dem angesehenen Rabbinate in Frankfurt vertauschen wollte. Erst in einer Erkrankung erblickte er ein Zeichen Gottes, daß er dem ehrenvollen Rufe folgen solle. Und wirklich hatte er, kaum in seinem neuen Wirkungskreise angelangt, wie eine Überlieferung meldet, gegen eine Ritualmordverdächtigung der Frankfurter Judenschaft aufzutreten in einer Weise, die, wie er nun erkannte, ihm als eine göttliche Mission zugedacht war. Er soll den ganzen Talmud 42mal vollständig, und zwar 22 Jahre lang stehend, durchstudiert haben, und besorgte eine Ausgabe diese.} Riesenwerkes mit den Randglossen, die uns heute als so selbstverständlich und unentbehrlich erscheinen, den Hinweisen auf Stellen in Mischna, Gemara, Tosefta, Maimonides, Semag und Schulchan aruch. An dieser Ausgabe arbeiteten sein Sohn Ar je Jehuda Löb und dessen Schwiegervater Samuel Cohen Schotten, der als Klausrabbiner gleichfalls in Frankfurt wirkte, mit. Die Drucklegung wurde von seinem Sohne 1721, zum Teil in Amsterdam, zum Teil in Frankfurt durchgeführt. Außerdem schrieb R. Löb einen Kommentar zu den 13 Middot des R. Ismael. Nach einem Bericht hatte R. Samuel einmal amtlich in Wien zu tun1). An der Reise verhindert, sandte er als Vertreter seinen Sohn. Der soll die Reise an einem Freitag angetreten haben und noch vor Eingang des Sabbats in Md. angekommen sein. Durch wunderbare Wegkürzung (Keficath haderekh) legte er die Strecke von 150 Tagereisen in wenigen Gostitz, nach Werth.'s Tode (1724, also jetzt vor zwei Jahrhunderten) im Namen seines Nachfolgers in der Oberrabbinei würde Ber. Eskeles: Wolf Oppenheim, Isak Kalonymos, Simon b. Lazar, Mose Asriel a. Tarnograd, Sal. Halewi, Ahr. b. Jakob, Ascher b. Juda Löb, Isr. b. M'hram, Arje Juda Löb a. Frankfurt, Saul b. M"hram, Ahr. b. Jakob, s. unten unter Beilagen. 1) Nach einer anderen Überlieferung kam er 1711 in Angelegenheit des Frankfurter Brandes, also nach dem Tode seines Vaters, nach M.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.