Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 442)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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422 G r u n v»t a 1 d, Mattersdorf. keinem' nosse panim (parteiisch) entgegenkommen, sei es wegen Verwandtschaft oder Freundschaft oder Haß, sondern alles zu verwalten in Gewissenhaftigkeit, und die 5 Männer sprachen hierauf die Worte: Amen, wie wir, so er, bei Strafe von20Reichstalern, die Hälfte für Wohltätigkeit, die andere für die Regierung." Am Sabbat, welcher der Einführung des neuen Gemeindevorstandes im Amte folgt, beginnt der Chasan in der Berakha von Jocer von Koach Ugwurah bis zu Wechajoth Hakodesch gesangsweise zu rezitieren. Die Vorlesungen werden an diesem Sabbat nicht veräußert. Der neue Vorstand wird dem Amtsrange nach aufgerufen. Beim Jekum Purkan beginnt der Chasan sodann den Vortrag erst mit ,,wekhol mi scheoskim". Gemäß einem älteren Gemeindebeschluß erhält der Rosen Hakahal an jedem Sabbat, an welchem der Neumond angekündigt wTird, sowie am Sabbat vor Rosch haschanah die Alijah von Rewii. Die Kompetenzen des Vorstandes} die Pflichten und Rechte der Gemeindeangestellten sowie andere Gemeindeangelegenheiten Verden in Taqqanoth behandelt, die sich in Abschrift erhalten haben. Sie sind nicht datiert, dürften aber aus der Zeit nach Simson Wertheimer stammen. Die Befugnisse des Rabbiners sind nämlich zugunsten des Vorstandes mehr eingeschränkt, als in anderen Gemeinden. So wird bestimmt, daß der Rabbiner nicht nur bei Erteilung des Morenutitels, sondern auch bei Ernennungen zum Ghaber nicht selbständig, sondern nur in Übereinstimmung mit dem Vorstande vorgehen dürfe. Für diese Bestimmung berufen sich die Taqqanoth auf eine Stelle des Mairnonides, die aber nur von der Semicha, der Weihe zum Rabbiner handelt, überdies von Kommentatoren angefochten wird. In manchen Gemeindestatuten, z. B. in- Lissa, wurde die Morenuwürde nur im Einverständnis mit den Vorstehern vom Rabbiner zuerkannt. Die M.er Taqqanoth dehnen diese Einengung der Machtsphäre des Rabbiners auch auf den Chabertitel aus. Bemerkenswert ist in diesen Taqqanoth die Opferwilligkeit, mit der die Gemeinde die Erhaltung einer Jeschiba auf sich