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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 419

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 419 (sequence 439)
Language
German
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Grunwald, Mattersdorf. 419 welches eine Holzbank angelehnt war1). Die Sitzgelegenheiten waren im Tempel spärlich. Rings um die vier Wände lief eine Bankreihe. Nur im hinteren Teile des Tempels waren einige Reihen. Das Gros der Gemeinde verfügte über keine Sitzgelegenheit; der größte Teil des Tempels war von Reihen von Ständern und Städen ausgefüllt. Nur jene Balebattim, die einen Sitz nächst den Almemor an den Wänden oder an dem Gitter nahe dem Vorbeter hatten, hatten gleichzeitig Sitzgelegenheit und Ständer. Die Stirnwand der Weiberschül war mit kleinen, Guckfenstern ähnlichen Öffnungen versehen, die an der Männerschülseite mit einem dichten, schrägen Holzgitterwerk verkleidet waren. Die Fensterhöhlung war nach der Weiberschül zu weiter und verengte sich tempelwärts. An der Stirnwand der Weiberschül war eine Tafel angebracht, welche die ganze Front einnahm, und auf welcher die Stelle aus dem Sohar: „Haj man d'mischtoi b'bej kenisehto" .....ersichtlich war. Die Tempelwände waren bis zur Plafondrundung, einschließlich der Nischen der in gotischem Stil gehaltenen und mit Eisen vergitterten Fenster, mit Gebetstücken beschrieben. An der Höhe des Plafonds, wo die Gebetspalten, die unten durch die Fenster voneinander geschieden waren, ineinanderflössen, war der Text durch dekorative Motive (Vögel mit Phantasieschweifen, Sterne usw.) abgeteilt. Anscheinend wurden solche Gebete aufgezeichnet, die entweder infolge ihrer Häufigkeit auswendig gesagt wurden oder in den Gebetbüchern fehlten, so z. B. im Süd-Ostwinkel (Chossenwinkel) der Jehi Rozaun für die Kauhanim beim, Duchenen, zwischen dem ersten und zweiten Fenster rechts die Reihenfolge der Hauschanos am Hauschano Rabbo und Psalm 29, zwischen dem ersten und zweiten Fenst er links „ AI h akohol" b eim Ausheb en der Thor a zwischen dem zweiten und dritten: Wehachajot Jeschoraru und Berich Schemej, im Winkel links unten der Jehi Rozaun von Umipne Chatoenu (aus dem Likkute Zewi); ferner Psalm 27 usw. Der Plafond hatte in der Mitte einen Stern, um welchen sich 1) In manchen Gemeinden auch ein Gefäß mit Wasser zu Netilath jadajam für den Vorbeter während des Gebetes. 27*

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