Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 438)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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418 Grunwald, Mattersdorf. Gitter liefen außen Blechschilder, die durchlocht waren. Da hinein steckte man die Jomkippurkerzen, die von unten durch einen Gegennagel festgehalten wurden. Von den vier Kantsteinen ragten gewundene starke Eisenstäbe in die Höhe, die oben in einen großen Zierknopf endeten. Von diesen Knäufen zweigten sich Eisenstäbe ab, welche zuerst in einer einfachen Biegung einander regenschirmartig zustrebten und sich so aneinanderschlossen, daß über der Mitte des Almemors eine Krone schwebte. Es scheint, daß bei gewissen Anlässen ein blaues, sternbetupftes Tuch aus Seide über das Gerüst gebreitet wurde. An der Krone war gleichzeitig der Messingluster, welcher den Almemor beleuchtete, befestigt. An der Vorderseite des AJmemors stand die 1 y2 m hohe und entsprechend breite Menorah mit ca. spanngroßen Ölkannen. Für Ghanukkoh, wo man sie vor dem Oraun anzündete, war eine Vorrichtung vorgesehen, welche eine Ölersparnis ermöglichte. An Sabbaten und Festtagen, an denen sie auf dem Almemor brannte, wurden Wachskerzen verwendet. Beiderseits der Bundeslade standen aus Holz geschnitzte Säulen, auf welchen ein gleichfalls aus Holz geschnitzter Bogen ruhte. Aus dem Bogenrahmen ragten zwei sitzende Löwen hervor, die mit den Vordertatzen die Bundestafeln hielten. Diese Figuren waren ebenfalls Schnitzwerk. Beleuchtet war der Tempel von Kandelabern aus Eisen, die an den Seiten angebracht waren, und von Messinglampen, die von der Decke des Tempels herabhingen. Die größte derselben war die zwischen Almemor und Araun Hakaudesch. An einer dicken Messingstange hing eine y2 bis 3/4 m im Durchmesser betragende Kugel aus Messing, von der nach allen Richtungen in die Höhe gestreckte Arme hinausragten, die, mit einem Leuchter versehen, zur Kerzenbeleuchtung verwendet werden konnten. Beiderseits von ihnen befanden sich ähnliche kleinere Lampen. Die längs den beiden Seitenwänden angebrachten Lampen waren ähnlich geformt, doch nahm ihr Durchmesser stetig ab. Das Vorbeterpult stand in einer Vertiefung. An der rechten Seite vom Vorbeter befand sich ein Eisengitter, an