Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 411 (sequence 430)
- Language
- German
- Belongs to
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Grunwald, Mattersdorf. 411 Ihre Rückkehr erwirkte Simson Wertheimer, der dank seiner guten Beziehungen zum Fürsten Paul Esterhäzy, dem er sehr wertvolle Dienste geleistet, den Juden in den Sieben Gemeinden Rechte verschaffte, wie sie damals wenige jüdische Gemeinden genossen. Auf die wiederholten Ausweisungen der Gemeinde M. ist es wohl hauptsächlich zurückzuführen, daß wir Träger dieses Namens über die ganze Welt verstreut finden, darunter Leute, die ihren Weg in die bibliographischen Lexica gefunden haben. Ein Abr. Josef Gerson Sussmann aus M. war an der Gründung der Wiener Chewra Kadischa 1763 beteiligt; als ihr Vorsteher ist er gestorben. Er wrar als Buchhalter bei einem Mitgliede der Familie Wertheimer angestellt. Er und seine Nachkommen zählten somit zu den Wiener Tolerierten1). Außer den Wiener Tolerierten wurden, nach einer Liste vom Jahre 1789, als k. k< Münzlieferanten „Abele Joseph und Sohn gleichen Namens von M." angeführt. (Pribram, Urkunden .. . z. Gesch. d. Jud. i. Wien)2). Zu den Heimsuchungen, die durch der Menschen Haß über, die Gemeinde verhängt wurden, traten gelegentlich Epidemien und wiederholt Feuersbrünste, deren Raub u. a. auch wertvolle Archivbestände geworden sind. Dies erklärt die Errichtung einer eigenen jüdischen Feuerwehr, die noch heute in M. besteht3). Topographie. Werfen wir nun nach diesem kurzen Gang durch die ältere Geschichte der dortigen Juden einen Blick in die Mattersdorfer wobei von cl. i. Neustift (wo das Schloß Forschtenstein steht) die Rede ist. Es müssen somit damals schon Juden in N. gewohnt haben. 1) Über die Juden, die in Wien ihre Geschäfte abwickelten, aber außerwärts wohnten, s. z. B.: S. Mayer a. a. O. 147. 2) Levi M., Verf. des „Beth Levi", Rabb. in Trietsch, vgl. Eis. H. Weiß, Sikhronotai 21. 3) Sie wurde bei der Vereinigung der Marktgemeinde M. mit der politischen Judengemeinde beibehalten, weil sie sich, wie die Behörde ausdrücklich anerkannte, besonders bewährt hatte. — S. Mayer schildert a. a. O. 149 die Preßburger Ghettofeuerwehr.