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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 410

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 410 (sequence 429)
Language
German
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410 Grunwald, Mattersdorf. allein doppelte Steuer und haußgulden und was sonst zu bezahlen. „Nota: fragen, waß die Juden alta der herrschafft zu raichen schuldig" und was sie für die „Paumgarten wisen" zahlen. 1619 wurden sie, wie die Eisenstädter, zu gewissen Beiträgen verhalten. Doch wenden sie sich um Schutz an den Erzherzog Leopold, Bischof von Passau (vgl. Grunwald, Sam. Oppenh. 28) mit Hinweis darauf, daß sie zum Unterschiede von den Wiener Juden mit allerhand besonderen Abgaben belastet sind, auch „so oft eine Musterung des Landvolkes auskommt, entweder in eigener Person erscheinen" oder einen Stellvertreter schicken, daß sie arm seien und sich mit ihrer „Händearbeit meistenteils hartiglich ernähren müssen" (vgl. Markbreiter, Beiträge z. Gesch. d. j. Gem. Eisenstadt 10). 1622, endgiltig 1626, fällt M. an das gräfliche Haus Esterhäzy. Obwohl, wie erwähnt, 1647 M. wieder an Ungarn gekommen war, wurden die dortigen Juden ebenso wie die in Eisenstadt und Kobelsdorf gleich den Juden Niederösterreichs 1671 des Landes verwiesen. Die Gemeinde Neufeld wird nicht erwähnt. Sie ist jedenfalls zu einem früheren Zeitpunkt vertrieben worden. 1708 finden wir dort wieder eine jüdische Siedelung. Die Vertreibung der Juden aus M. scheint von nicht langer Dauer gewesen zu sein. Sie kehrten wieder. Von 1694 datiert ein Esterhazy'scher Schutzbrief für sie, der 1800 erneuert worden ist. Aber zu Beginn des 18. Jahrh. veranlaßte der Kuruzzenaufstand1) abermals eine Auswanderung, und zwar begaben sich die Juden aus M. damals unter den Schutz der Forchtensteiner Militärbewachung nach Forchtenau, wo noch heute die Stelle ihres interimistischen Bethauses und des Friedhofes gezeigt wird (Ungarländ. Zeitung 1910, Nr. 16 u. 17)2). 1) Die Aufstände unter den beiden Rakoczys u. Tököly sowie der der Kuruzzen schaffen Zustände, wie derDreißigjährige Krieg inDeutschland. Die Folgen der gewaltsamen Gegenreformation und Germanisierung Ungarns s. bei S. Mayer, D. Wiener Juden 114. Über den Kuruzzen-Rummel s. auch Steinschneider, Geschichtsliteratur 119. 2) Das M.er „Schwarze Buch" berichtet (6b) aus dem Jahre 1702 von einer Beratung in Forchtenau über Steuerangelegenheiten

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