Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 372

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 372 (sequence 390)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/2638044-2638085-2638086--2867-2640241
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

372 Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. ,7wj?d n^tw dbd :mDK .pitt ^dk dp «^m 'dn .mn: hdi :idn .raata r» :'dk .jtb na rrcfri :'dn .w ^.nr n« nr ip^r» n1?^ rvmn 3j; nsip? noipa "f?x :'dn /wj?n Niesen ist bekanntlich ein oft wiederkehrendes Zeichen dafür, daß ein Mensch lebenskräftig und fähig sei. Durch das Niesen wird dem Betenden bekannt gegeben, daß sein Verlangen gewährt, oder daß seine Bitte in Erfüllung gehen wird2). In einem Midrasch lesen wir: Seit der Weltschöpfung bis zum Patriarchen Abr. starben die Menschen ohne Krankheit. Wenn ihre Zeit zum Sterben kam, da trat dieses durch Niesen ein. In diesem Falle ist das Niesen ein Vorzeichen des Todes3). Deshalb sprach man nach dem Niesen verschiedene Worte, die andeuten sollten, daß die Todesgefahr vorüber sei. Die Tosefta betrachtet diese Sprüche als heidnischen Brauch4). Trotz des Verbotes hat sich der Brauch erhalten. Wieder ein Beispiel dafür, daß die Verordnungen der Tosefta keine Beachtung fanden. L. Friedländer sagt in seinen Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms5): „Wie jetzt die Bibel, wurde damals in schweren Lebensmomenten Virgil aufgeschlagen und die Stelle, auf die der Blick fiel, als Schicksalsspruch betrachtet." Das Buchorakel in der Agada hat schon des öfteren die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich gezogen6). Hier sei zuerst 1) Ms. Sassoon nr. 262, p. 237. 2) s. b. Ber. 51 B. Pirke R. Eliezer c. 52, David Gans, *m fitott zum Jahre 590, Hanescheb VII, 30, ZVfV. 8, 395 und 448, Tylor, Primitive Culture I, 96, Goldziheb, Kitab al Mani el nap., p. 39. Plinius, Nat. Hist. II, 5, Fbazer, Folklore of the 0. T. I, p. 9, n. 1 zu II Kg. 4, 39. Erman, Zaubersprüche II Kg. 4, 26; zu j. Ber. 10d s. Blau, Altj. Zauberwesen S. 63, 67. Schwab, Voeabulaire S. 7. MGWJ. 42, 571. Tertullian, Uber Götzendienst, cc. 20ff. Gibbon, Decline and Fall 11,268. Scheptelowitz, Die altpersische Religion und das Judentum p. 41 f. 3) s. Webtheimeb, Ozar Midraschim I, p. 30, v. Arukh s. v. lött? im Namen des Jelamdenu, Jalkut, p. 874 und die vorige Anmerkung. 4) p. 118. 5) Bd. IV8 p. 31. 6) s. Dukes, Kabbinische Blumenlese p. 53, Orient. Literaturblatt 1847, 809, Wiener Jahrbücher 1846, IV, nr. 23, Löwy Tittbnin mpn I, 186, Gfrörer, Jahrhundert des Heils I, p. 253, A. v. Habnack, Das Lesen der heil. Schrift, p. 71.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.