Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 371 (sequence 389)
- Language
- German
- Belongs to
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Marmorstein, Beitr. z. Beligionsgesch. u. Volkskunde. 371 sie begegnete: Die Begegnung mit einem Hunde bedeutete häßliche Kinder, mit einem Esel tölpelhafte Kinder, mit einem, Unwissenden Idioten als Folge, d. h. Kinder, die viel schwätzen, doch keinen Beifall finden, lernen, aber das Gelernte vergessen, sich auf den Straßen herumtreiben und den Leuten zum Gespötte dienen. Begegnet man hingegen einem Pferde, so deutet dies auf wohlgeratene, tüchtige Nachkommenschaft1). Diese Vorstellungen sind bei vielen Völkern heimisch. Begegnungen mit gewissen Personen und Tieren haben eine Vorbedeutung. Wenn man einem Priester begegnet, so bedeutet es Unheil2), einer Hure, so heißt es Glück3). Wenn man übers Land zieht und einem ein Wolf, Hirsch, ein wildes Schwein oder ein Bär begegnet, so ist es ein gutes Zeichen4). In Bayern achtet man noch heute darauf, wem man am Neujahrstage zuerst begegnet. Ein Kind oder eine Jungfrau bedeuten Glück, Alte oder Kranke Unheil5). Diese Vorstellung erklärt auch den Gebrauch des Wortes in den Beschwörungstexten, z. B. iWtf! ttf\S hü JWSl"), oder 7IDK DTK p£57), ferner in den aramäischen Zaubertexten8) "|Vin IT»n tfOJH liT^K H^T rü b$y\ nj?tsnn rfbfo J»S1 im. In einem apokryphen handschriftlichen Midrasch lesen wir über eine Begegnung Hill eis mit der Lilith. Die Stelle lautet: m .bbn :ih mDtf) rth*k lnareo mptsr jprn bbm marpo iro^n hy uhx man jd jrßj mpn :mm ^loxri no :r6 :mo« /pt? nm /p« mn« :mox .na nm :r6 idn .vrrr» 1) s. Ch. M. Horowitz, Halachisehe Schriften der Geonim II, p. 24, Frankfurt a. M. 1881. Assufoth (Ms.), dp. 366, Resp. des Eliezer b. Nathan (RAbN.) p. 122» Schaare Dura ma 'n .61». Rokeach s. 84, und MGWJ. 4, 105. b. Pes. 111», Exempla des Jaeobus Vitry, ed. Ceane, nr. 262. 2) s. Wkight, Selections of Latin Stories nr. 118, Pauly, Schimpf und Ernst, nr. 157, ed. Oesterley mit lehrreichen Hinweisen. The Exempla of Jaques of Vitry, ed. Chane , nr. 268. Dieses Omen geht auf den Kirchenvater Chrysostom (s. Migne P. II, 240) zurück. Grimm, Deutsche Myth.2 942. 3) ZVfV. 23, p, 124. 4) ibid. 23, p. 17. 5) ibid. 8, p. 400. 6) s. Beiträge, Jahrb. I, 297. 7) ibid. s. 298. 8) Montgomery, Aramaic Incantation Texts p. 258, vgl. auch p. 121. 24*