Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 384)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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366 Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde Neben diesen Stimmen der Tiere gibt es noch verschiedene andere Vorzeichen. Einige derselben wurden von Israel Levy in einem lehrreichen Auf satze, betitelt „Signes de Danger et Malheur", untersucht1). Den Ausgangspunkt bildete die bekannte Erzählung von David und Abischai2). Abischai wäscht sich am Vorabend des Sabbats und bemerkt zu seinem großen Schrecken, daß sich das Wasser in Blut verwandelt hat. Nach einer zweiten Version bemerkt er eine Taube, die sich die Federn ausreißt. Nach der Version im Jalkut hört er das fürchterliche Brüllen eines weiblichen Maultieres. Diese Zeichen übermitteln dem Abischai die Kunde von der großen Gefahr, in der sich David befand. Levy zeigt, daß das Verwandeln des Wassers in Blut bei vielen Völkern als Unglücks¬ oder Todeszeichen angesehen wird3). Das Motiv läßt sich in der Agada noch weiter verfolgen. Den Tod großer Männer zeigt Blut an in Sepphoris4) oder Lydda5). Das siedende Blut des Propheten bringt viel Unglück und Tod über das jüdische Volk6). Näher steht unserer Stelle der Dialog zwischen R. Jose ben Kisma und seinen Schülern über die Vorzeichen der messianischen Zeit7). Der Messias wird kommen, wenn die Gewässer sich in Blut verwandeln werden. Die Verwandlung ist ein Vorzeichen der gewaltigen Kriege, die der messianischen Zeit vorangehen werden. In der Tituslegende zerschneidet der Eroberer den Vorhang des Tempels mit seinem Schwerte. Das Schwert ist voller Blut8). Das Targum zu Hiob hat ähnliche Motive erhalten, die wohl auf eine uns nicht mehr bekannte Quelle zurückgehen9). Das Targum beschäftigte 1) REJ. XVIII, 202—209. 2) b. Sanh.95a, s. auch Jalkut II, 155 und Maasiyoth ed. Bagdad, nr. 5. 3) Vgl. besonders p. 204, nach Cosquin, Contes populaires de Lorraine I, p. LXV nr. 70. Es sei noch auf das armenische Adambuch, v. JQR. VII, 219 und Kautzsch, Vita Adami 514, verwiesen. 4) b. MK. 25 B. 5) pal. AZ. 3, l. 6) b. Sanh. 96 B, Gittin 57». 7) b. Sanh. 98a 8) Gen. r. 10, 4. Lev. r. 20, 5, s. jedoch Theodor p. 82. Eine zweite Version Tanch. B. IV, 99, Num. r. 18, 22. 9) c. 2, v. 3.