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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 358

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 358 (sequence 376)
Language
German
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358 Marmorstein, Beitr. z. Religion sgesch. u. Volkskunde. Bräutigam, d. h. in der Brautnacht. Wir entnehmen diesen Stellen, daß die Gefahren der Brautnacht den Agadisten und ihren Zuhörern wohl bekannt gewesen sein müssen. Wir wenden uns nun dem dritten Punkte unserer Erzählung zu. Der fromme Vater gibt seinem Sohne eine Myrte, um die Leute des Ortes zur Hochzeit zu rufen. Die Myrte hat besondere Kraft die Dämonen abzuwehren1). Sie kommt auch in jüdischen Zaubertexten vor2). Es gab auch andere Mittel, die Dämonen zu bannen, so, wie wir bereits sahen, durch Amulette. Hierhin gehört wohl auch die Nachricht im Pirke des R. Elieser3), daß Isebel vor jedem Brautpaare einherging und in die Hände schlug (fPSM Srb^b^ü). Lärmen und Klopfen dienen häufig als Dämonen abwehrende Mittel (vgl. Samter, Geburt, Hochzeit usw. p. 58, ZVfV. XVII (1^07), p. 462, XX (1910), p. 142, cf. b. Sabb. 113 B, Sanh. 67 B). Neben diesen Legenden, die uns in die Vorstellungswelt der Alten führen und uns zeigen, daß es Mittel gegeben hat, die Macht des Todes zu brechen, finden wir noch häufig den Gedanken, daß Wohltun und Gebet die Mission des Todesengels vereiteln können. Dies soll an der Hand einiger Erzählungen und Legenden hier erläutert werden. In der zweiten Erzählung begegnen wir wieder dem Todesengel. In der ersten Erzählung tritt er ganz offen auf, hier gesellt er sich zwei Männern, die auf ihrem Geschäftswege sich befinden. Er gibt sich erst nach einer Weile zu erkennen. Die Reisenden gehen ihres Weges. Der eine gibt einem flehenden Blinden Almosen, der andere verweigert jede Spende. Der eine wird durch diese Tat vom Tode gerettet, der andere rettet sich durch Gebet, nachdem er zuerst vom Todesengel um eine Warte- 1) Vgl. Marmokstein , The Doctrine of Merits, p. 18, A. 61. Ich schrieb daselbst, daß die Kollegen des R. Samuel ben Isaac nicht wußten, warum der Lehrer den Tanz mit Myrten aufführte, denn sonst würden sie es nicht unter der Würde eines greisen Gelehrten gehalten haben. Sie wußten doch, daß es R. Jehuda ben Hai vor dem Brautpaare getan hatte, s. b. Ket. 17», vgl. auch Ahaba ben Zeira, Eccl. r. 3. n, b. Erubin 40a, Lam. r. 5,16, j. Sota c. 11 Ende (R. Jeremia), R. Simon ben Jochai, j. Pea c. 1, j. A. Z. 42c. Sachs, Beiträge I, p. 82. 2) Ms. Adler 3832, 61 3) c. 17.

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