Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 375)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 357 Vergehen dieses Mannes anzugeben. Er kam einmal in die Synagoge und fand einen fremden Mann auf seinem Platze. Er beleidigte den Fremden und sagte ihm: „Steh' nicht auf dem Platze von großen Leuten!" Der Beleidigte weint darüber. Dadurch wird über Reuben das Verhängnis beschlossen und der Todesengel wird mit der Aufgabe betraut, die Seele des Sohnes des Reuben zu holen. Reuben hatte nur diesen einzigen Sohn, der ihm geboren worden, als er bereits das Alter von achtzig Jahren erreicht hatte. Der Fromme erbittet eine Wartezeit von dreißig Tagen. Er spendet ferner zwei Drittel seines Vermögens den Armen, bestreitet die Ausgaben für die Hochzeit seines Sohnes und läßt ein Drittel liegen. Die Erscheinung des Propheten Elijahu ist auch verschieden in dieser Version. Ferner bitten für den Bräutigam der Vater, die Großmutter und die Braut; letztere läßt sich nicht abweisen. Die Vorstellung von der Gefahr der Brautnächte finden wir noch in anderen Legenden der rabbinischen Literatur. So z. B. in den Pirke des R. Elieser. Es gab einst einen König, der ein Astrologe war. Als er seinen Sohn verheiratete, da hängte er ans Brautgemach schwarze Decken (Vorhänge), aber keine weißen. Da sagten die Palastbeamten zu ihm: Unser Herr und König, kein Mensch hängt an das Brautgemach seines Sohnes schwarze Vorhänge. Der König erwiderte ihnen: Ich weiß wohl, daß mein Sohn keine vierzig Tage mit seiner Frau am Leben sein wird, damit die Leute nicht sagen: der Astrologe wußte nicht, was mit seinem Sohne geschehen wird1). Im Midrasch2) lesen wir die bezeichnenden Worte: m»n DlpDH *»D5?j£ VWJ? 1H 1ÖK omra ^sd wrw npij? ^ni iruw dik hw irwx titehü TOJJD D^nn 22*1$ ü, der Tod verwirrt, stört den 1) c. 41. Leidtragende erscheinen in schwarzer Tracht, v. Perles, MGWJ. X, 303, cf. Naehmaiiides, Torath ha-Adam (Ven.) 27* nach B. Nidda 20», und pal. Kilaim Ende Gen. r. 100, 2. B. Sabb. 114, Orchoth Chajjim, Berlin p. 563. ZVfV. XXIII, 147. Apollo, der Dämon des Hochmutes, ist schwarz. Schwarz ist ein Zeichen des Unglücks, Lessingwell, p. 121. Die bösen Dämonen, Strafengel usw. werden schwarzgesichtig dargestellt, cf. Thomasakten 55, 1, vgl. auch Steinschneider, Polemische und Apologetische Literatur 251, A. 29. 2) Jalkut I, § 845.