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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 349

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 349 (sequence 366)
Language
German
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Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 349 Geld mehr finden konnte, den Baum abhauen. Da sprang der Dämon hervor und hinderte ihn daran. Durch die Teilnahme an der Belustigung hatte der Fromme jedes Anrecht auf das Geld verloren und durfte den Baum nicht entfernen, sondern er war des Todes schuldig. Der Mann ging zum Synhedrium, um sich Rat zu holen. Dort wurde ihm gesagt, daß er sein ganzes Geld und Vermögen, das er sich auf diese Weise erworben hatte, wieder veräußern solle. Er tat so und entfernte den Baum, trotz der verführerischen Angebote des Dämons. Er fand im nächsten Jahre eine gute Ernte, ferner einen Schatz unter dem Baume. Nach altehristlicher, aber auch spätjüdischer Auffassung sind die Götzen eigentlich Dämonen, und in den Tempeln hausen sie. Die Belustigung dürfte daher götzendienerischen Charakter gehabt haben. Bäume sind mit chthonischen Kräften ausgestattet und werden als beseelte Körper gedacht1). In der Agada können die Bäume sprechen2), tote Bäume bringen Früchte3), Bäume bringen Vögel hervor4). Über Bäume im Zauberwesen berichtet der pseudo-saadjanische Kommentar zu Dan. 1, 20: „Man macht ein Loch in einen Baum und führt Zauber hinein". Einer der Gaonim soll, nach einem Berichte, an windstillen Tagen Bäume mit Tüchern bedeckt und aus den Bewegungen der Blätter die Zukunft erkannt haben5). Die Tosefta erlaubt Bäume mit roter Farbe zu färben, trotzdem es ein heidnischer Brauch gewesen zu sein scheint6). 1) s. K.ÜSTEB, E., Schlange, p. 84, über Baumverehrung ZVfT. 20 (1890), 143. 2) M. Psalmen, c. 73 Ende. Gen. r. 15,6; 19, u. Pirke RE. c. 13. ARN. I, 5. 3) j. Joma 41a Cant. r. zu 3, 9. b. Joma 27 B, 35 B. 4) s. moiO« § 136, Resp. R. Meir von Rothenburg III, 106 (ed. Lemberg), S. Lurja, Chullin c. 9, § 9. A. Epstein, R. Samuel hechasid, p. 21, A. 38 (S.-A.), HB. V, 116, Zunz, Benjamin aus Tudela p. 264. Levysohn, Zoologie des Talmuds, p. 364; Gaster, Zur Quellenkunde der Sagen und Märchen in der Germania, p. 208. Steinschneider, Uber die Volksliteratur, p. 8. Halikhoth Kedem p. 68. Hechaluz VII, 72, Magazin IV, 173, MGWJ. 1879, s. 236. Güdemann, Geschichte des Erzw. I, 213. BLOCH-Festschrift, Budapest 1905, p. 84 und die mittelalterliche Literatur gesammelt von L. Katona in Egyetemes Philologiai Közlöny, XXIX (1905) p. 438. 5) irrt« 1, c. 6) Tos. 118, 26.

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