Mannheim
Compact Memory

Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 345

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 345 (sequence 362)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2638044-2638085-2638086--2839-2640213
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Marmorstein, Beitr. z. Religionsgesch. u. Volkskunde. 345 Ob man diese durch besondere Verdienste oder durch Astrologie erwerben oder durch deren Gegensatz verlieren kann7 ist ein Problem, das die Weisen Israels sowohl in Alexandrien wie in Rom, in Tiberias wie in Machuza eifrig besprochen haben. Das von uns vorgelegte Material soll beleuchten, wie das Volk über Erwerbung von Schätzen, Verlängerung des Lebens und Kindersegen gedacht hat. Der letzte Punkt soll durch den von uns entdeckten Zaubertext veranschaulicht werden. Hieran fügen wir einen zweiten recht wichtigen Text, der uns eine Fluchformel zeigt1). Ob dieselben aus einer bestimmten Sekte oder einer besonderen Gruppe hervorgegangen sind, ist fraglich. Ihre Veröffentlichung bedarf keiner besonderen Entschuldigung. Sie sprechen für sich, wenn wir auch weder Zeit noch genauere Herkunft derselben bestimmen können. § 7. Schatzsagen. R. Tanchuma erzählt von Nebukadnezar, daß er seine aufgehäuften Schätze seinemNachf olger Ewil-Marduk nichtgönnte, deshalb große, eiserne Schiffe bauen, sie mit Geld anfüllen und im Euphrat vergraben ließ. Der Euphrat bedeckte die Schiffe. Als Gyrus den Befehl gegeben hatte, das Heiligtum wieder aufzubauen, da kamen die Schätze zum Vorschein und es erfüllte sich das Prophetenwort : Ich will dir die im Dunkel lagernden Schätze geben und tief versteckte Reichtümer dir auf tun (Jes. 45, 3)2). Derselbe Midrasch3) hat auch über Korah eine ähnliche Mitteilung. R. Pinhas rechnet Korah zu den reichen Männern in Israel. Korah hat nämlich die von Joseph verborgenen Schätze wiedergefunden ferner B. H. 9 B, cf. Jebamoth 105 a, Tanchuma, ed. Buber, Deut. 28 B, wo David sagt: Herr der Welt, für alle Eigenschaften (d. h. Zustände) gibt es eine floffnuDg. Der Arme wünscht JReichtum, der Schwache Stärke, der Kranke Heilung, der Gefangene Freiheit, aber der Todestag hat keine Hoffnung. 1) Der Text ist eine Umgestaltung eines Psalmes in eine Fluchformel. Uber die Psalmen in der Magie, vgl. Fb. Pkadel, Griechische und süditalienische Gebete. Gießen 1907, p. 129f. 2) Esther r. c. 2. ß. Tanchuma. Midrasch Abba Gorion 8. 3) c. 7, vgl. auch Pirke E. Eliezer c. 50.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.