Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 341 (sequence 358)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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G r u n w a 1 d, Rasse, Volk, Nation. 341 jedem das Seine wird. „Nationalistische Politiker und Popularsehriftsteller mißbrauchen mißverstandene Postulate des Darwinismus und der Viehzucht, um auf die Rasse und ihre Reinhaltung zurückzukommen, als das eigentliche sittliche Urphänomen des kulturellen menschlichen Daseins." „Wir wissen nichts in der Rassenfrage und in der Frage der Vererbung geistiger und seelischer Fähigkeiten." Experimentelle Blutmischungen bieten keinerlei Anhalt. „Das Blut des eigenen Bruders wirkt in den Adern als Fremdkörper. Der seelische Exponent des Individuums ist entscheidend." „Der Antisemitismus verwirrt die Herzen, erstickt das gesunde Gefühl und trübt das Verständnis für die wirklichen Zusammenhänge." „Er widerspricht auch dem einfachen und klaren Ideengehalt des Neuen Testaments." „Mit dem süßen Gift des allzeit gefälligen, unechten „Patriotismus" präpariert, sind wir geneigt, sobald das Wort Nation ertönt, auf alle Rechts- und Sittlichkeitsbegriffe zu verzichten." Aber „Recht muß werden und Recht muß herrschen". Wir beschränken uns auf diese wenigen Ausführungen aus dem reichen Inhalt des Buches, das uns erst nach Abschluß unseres voranstehenden Gedankenganges bekanntgeworden ist, um festzustellen, wie eine von ganz anderen Voraussetzungen ausgehende Behandlung unseres Gegenstandes in wichtigen Ergebnissen sich mit unserer Auffassung begegnet. Nach M. J. Gutmanns „Über den heutigen Stand der Rasse und Krankheitsfrage der Juden", der gleichfalls hier zu erwähnen ist, kann von einer Rassenreinheit der Juden im anthropologischen Sinne keine Rede sein. Als die einzige reine Kulturrasse werden die Chinesen bezeichnet. Eine neue Perspektive eröffnet, auch das sei hier nachgetragen, C. L. Schleichs („Wunder in uns", herausgegeben von Hans Günther, S. 367ff.) Hinweis auf die Unsterblichkeit der Zellkerne. „Mein Lebenskampf, meine Siege im Sinne der Vernunft und der Schönheit, der Güte und der Liebe werden einst zu Motoren in allen den Lebensbetrieben, in welche sie hineingeraten, und umgekehrt wird mein Ich erfüllt von allen den Sehnsüchten und Fähigkeiten, welche die Wesen besaßen, die in meinen Lebensbetrieb zeugend hineingelangten." Scherz-