Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 357)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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340 Grunwald, Rasse, Volk, Nation. Röder, Gutmann, Schleich, Spengler, Coudenho ve - Kalergi. In diesem Zusammenhange sei auch mit Genugtuung des vor kurzem in zweiter Auflage erschienenen Buches von Adam Röder (Reaktion und Antisemitismus, Berlin 1921, C. A. Schwetschke u. Sohn) gedacht, das der Verfasser, Herausgeber der „Süddeutschen konservativen Korrespondenz", also ein konservativer Politiker, als „Mahnwort an die akademische Jugend4' richtet. National ist, nach Röder, jeder Mensch, der Heimatsliebe empfindet. „Auch der Neger, der als Kind in Deutschland aufgewachsen ist, wird, wenn nach Äthiopien zurückversetzt, sobald er den deutschen Heimatlaut vernimmt, sein Herz höher schlagen fühlen. Von einer Stimme des Blutes vernimmt er nichts. In dem deutschen Juden ist das einorganisierte Heimatsgefühl genau so automatisch tätig, wie in jedem anderen. Die Heimat ihm nehmen wollen, heißt, sich am allgemeinen Menschentum versündigen." Nationalismus hingegen ist parteipolitische Ausdeutung und Ausbeutung des nationalen Originalgefühls. „Es sind selten die Heimattreuen, die sich nationalistisch nennen." „Man bestreite keinem Deutschen seine nationale Gesinnung. Es ist ein göttlicher Zug in der Seele des Menschen, das Fleckchen Erde zu lieben, das Gott ihm gab, als er seine Seele in das Reich des Ungewissen sandte." Nationalismus ist „Außerachtlassung des religiösethischen Gesetzes, daß die Menschheit über dem einzelnen Volk steht, daß wir erst Menschen sind und dann Volk, und daß die Entwicklung besonders unterm religiösen Gesichtspunkt wieder zur Einheit führen muß." „Die Nationen sind im letzten Sinne nichts Gottgewolltes, sondern — Zugelassenes, das im höchsten ethischen und göttlichen Ausblick überwunden werden soll." „Jeder, der Deutschland als sein Vaterland ansieht, mit dem ihn Sprache, Erziehung und Lebensstil verbinden, ist als national anzusehen, wenn er darauf Anspruch erhebt." „Die apriorische Heimatsliebe bedarf aber einer rationellen Ergänzung, einer Projizierung aus dem Idealistischen ins Wirkliche. Das ist die Staatsgesinnung, das Bekenntnis zum Staat." Die Gerechtigkeit, des Staates oberstes Ziel, verlangt, daß