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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 313

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 313 (sequence 329)
Language
German
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Grunwald, Kasse, Volk, Nation. 313 langten (so R. Meir u. a.), und daß nicht die Abstammung, auch nicht die Sprache die Nation bilden, sondern die Staatsidee. Sein kosmopolitisches Ideal ist die Annahme der englischen Sprache, als der ,,des zahlreichsten, kulturell höchsten Volkes der weißen Rasse", als allgemeine Kultursprache. Zollschan. Hören wir vor allem Zollschan selbst, zu dem, nach dem Erscheinen seines grundlegenden, bereits in 4. Auflage vorliegenden Werkes „Das Rassenproblem" alle späteren Behandlungen des Gegenstandes Stellung nehmen müssen. Gegen Bub er, der auch das Schicksal des Volkes im Blute sucht, findet Zollschan, daß die Stammesgemeinschaft gewisse gemeinsame Instinkte und Dispositionen erzeugt, die aber nichts Konstantes darstellen. Die Qualität, die Form, in die jedesmal die angeborenen Energien gegossen werden, wird vom Milieu bestimmt. Während er für den physischen Habitus der Juden, gegen M. Fishberg, eine Rassengemeinschaft anerkennt, bestreitet er eine solche für ihre Geistigkeit. Aber auch die erstere ist nicht als ewig zu deklarieren. Diese anthropologische und ethnologische Einheit, die Rasse, bildet die Grundlage für den Stamm, indem zu der physischen Verwandtschaft Gemeinsamkeit der Heimat, der Sprache und der Kultur hinzutritt. Durch den Zusammenschluß von Stämmen entsteht das Volk. Volk ist ein soziologischer Terminus, der Ausdruck für den objektiven Bestand dessen, was subjektiv, bewußt und gewollt als Nation bezeichnet wird und zuerst im Gegensatz zu der Universalität eines weltlichen oder geistlichen Imperiums empfunden wurde. Nationalität bedeutet Zugehörigkeit zu einer Nation, neuerdings, gleichfalls mit politischer Tendenz, mit dem Nebensinn einer nach Autarkie oder Autonomie strebenden Besonderheit innerhalb eines und desselben Staates. Von allen diesen Begriffen sind konstant nur der des Stammes, als erweiterter Familie, und der des Staates, als politischen Gebildes und historischen Faktums. Sich Nation zu nennen und nationale Forderungen aufzustellen, ist, nach Zollschan, ein Volk nur dann berechtigt, wenn es wenigstens zwei hierfür entscheidende Kriterien, Land und Sprache, aufweist. Fehlen diese beiden

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