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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 309

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 309 (sequence 325)
Language
German
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Grunwald, Rasse, Volk, Nation. 309 krumme Nase. Die Wahrheit ist, daß nur 13 bis 14 Prozent der Juden diese Nase aufweisen. Die Katholiken Altbayerns sind zu 31 Prozent damit behaftet. Ebensowenig ist das dunkle Haar ein jüdisches Charakteristikum. In Deutschland stellte man unter den jüdischen Kindern 30 Prozent Blondköpfe fest. Die Schädelform der Juden entspricht der seiner Umgebung. Im Brustumfang ähnelt der Jude dem Nichtjuden ähnlicher Berufsart. Der frühere Eintritt der Menses ist der Städterin eigentümlich, nicht speziell der Jüdin. Die jüdische Akklimatisationsfähigkeit erklärt sich zum Teil aus der Mäßigkeit im Alkoholgenuß. Größere Fruchtbarkeit ist, wo sie überhaupt noch bei den Juden besteht, nicht aus physiologischen, sondern aus sozialen Umständen zu erklären. Ebensowenig wie Anthropologie und Physiologie, bietet einen Anhalt die Pathologie. Die Zuckerkrankheit ist eine Krankheit nicht der Rasse, sondern des Berufes. Eine letzte Zuflucht bleibt die Sprache, genauer die Aussprache. Das Gleiche wäre von den stets sächselnden Sachsen und den unabänderlich schwäbelnden Schwaben zu sagen. Schon ein Blick auf die Geschichte lehrt, nach Kautsky, daß die Juden von Haus aus ein Rassengemisch darstellen. Nachdem sie aufgehört hatten, ein eigenes Staatswesen zu bilden, setzte eine starke religiöse Propaganda diese Mischung fort. Auch später blieben die Juden von fremder Art ebensowenig frei, wie diese judenrein. Weder im Sinne der reinen Haustierrasse noch im Sinne der geographischen Rasse hat es je eine jüdische Rasse gegeben. Wie aber steht es mit den geistigen Merkmalen? Sie sind nichts anderes als gleichfalls ein Produkt des Milieus, sie sind die auf die Spitze getriebene Eigenart des Städters. Das Vorherrschen der Intelligenz erklärt sich unter anderem daraus, daß, während im Katholizismus die intelligentesten Elemente dem Dienste der Kirche, das heißt dem Zölibat, zugeführt wurden, die jüdische Zuchtwahl gerade im Gegenteil die der Intelligentesten war. Das Schicksal des Judentums der Gegenwart ist, nach Kautsky, die vollständige Assimilierung, die Auflösung, seine einzige Lebensquelle: der Antisemitismus.

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