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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 295

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 295 (sequence 311)
Language
German
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Mieses, Die DämonisieruDg fremder Feiertage. 295 Tag, der Hirt der großen Völker soll Fleisch, das auf Kohle gekocht ist, nicht essen. Das Hemd seines Leibes soll er nicht wechseln. Reine Kleider soll er nicht anziehen. Er darf kein Opfer darbringen. Der König soll im Wagen nicht fahren, der Wahrsager nicht aussagen, der Arzt nicht heilen. Der Tag ist nicht geeignet, ein Vorhaben an ihm auszuführen. Nachts soll der König opfern1). Der siebente Tag wurde im Assyrien der Exilszeit Nordisraels als Ferialtag angesehen auch unter Einbeziehung des früheren Monats. Der 19. Tag ist der 49. (7 X 7) im Hinblick auf den abgelaufenen Monat. Gerade das Gegenteil repräsentierte seit jeher der Sabbat der Hebräer in seiner offiziellen Gestalt im Lichte der Bibel. Der Sabbat der Hebräer erscheint bereits in den ältesten Urkunden des palästinensischen Monotheismus als gesegneter Tag2). Im Opferkultus der Hebräer wird der Sabbat besonders hervorgehoben3). Es ist klar, in den Siebnerferialtagen des Hemerologiums der Assyrer liegt eine Antwort konträrer, dämonisierender Art auf den Sabbat der Hebräer vor, wie wir sie aus der Geschichte anderer Religionssysteme kennen. Die dämonisierende Antwort hatte jedoch in Assyrien keine tiefgreifendere Wirkung. Sie blieb auf die Handlungen des Königs beschränkt und wird auch sonst in keinem keilinschriftlichen Texte erwähnt, wie auch die Siebentageeinteilung der Zeit den Assyrern und Babyloniern immer fremd blieb4). Unabhängig von dem Siebnerferialtag des Hemerologiums führte in Babylonien-Assyrien, wie aus einer Inschrift, die in der Bibliothek Assurbanipals sich befand, hervorgeht, den Namen Sappatu, welchem im Vokabular die Bezeichnung um nuh libbi „Tag der Ruhe des Herzens" entspricht. Der Vollmondstag galt hier als Tag der Versöhnung der zürnenden Götter5). Es ist sehr zweifelhaft, ob sappatu mit sabatu, das 1) Gressmann, Texte 10. 2) Gen. 2, 12 u. s. 3) Num. 28, 9. 4) RE. f. pr. Th. XVII, 218. 5) Schräder, KAT.3 593; Eduard Mahler, Handbuch der jüdischen Chronologie 30.

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