Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 299)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2776-2640150- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
284 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. Zeitraum. Den kleinsten nimmt Baidhäwi an, der behauptet, die Erlaubnis der Mit'a sei bereits nach drei Tagen zurückgezogen worden: w 3 w wo xXa (jn^* 3üxxL\ & K.jbS! y*Uü! L^j5 Lj ^äj g^-^i Lg^Ljt *üi U5" u>..^Wi ^3 *1JS ^5 ^1 pLvJÜ! 1lXS> ^üUXw^ib ^jyjl ^Oi" ^.it I ^SUAftJt ,,Und man sagt, der Vers sei bezüglich der Mit'a offenbart, welche bei der Eroberung von Mekka drei Tage lang bestand, dann aber wieder verboten wurde, wie erzählt wird: Er habe sie erlaubt, dann jedoch eines Morgens gesagt: 0, ihr Leute! Ich hätte euch schon gestattet, diese Weiber zu genießen, doch hat dies Allah bis zum Tage der Auferstehung verboten." Mag auch die Annahme der Sunniten, Mohammed habe die Mit'a wieder verboten, richtig sein2), und zwar ließe sich auch das Verbot daraus erklären, daß der Prophet die gewaltigen Nachteile dieser Unzucht besonders für ein zu ständigem Dreinschlagen bereit stehen sollendes Heer eingesehen habe, ohne daß moralische Gewissensskrupel ihn dazu veranlaßt hätten, jedenfalls ist mit diesem Vers der tiefste Stand der Sexualmoral Mohammeds gegeben. Mit Recht erhebt Wellhausen3) den Vorwurf, daß er die Sache nicht beim rechten Namen nenne, sondern das als Ehe bezeichne, was auch nach seinen, zumindest bis zu jenem Zeitpunkt bestehenden Begriffen, Unzucht ärgster Art war. Diesen Vorwurf verdient Mohammed vollauf. Dafür freilich, daß die Prostitution zu seiner Zeit in jenen Ländern sehr stark verbreitet war, kann man ihn nicht verantwortlich machen. Verzeichnen doch auch jüdische Quellen mit ihrer rücksichtslosen Wahrhaftigkeit die Tatsache, daß maucher auf der Reise solche kurzfristige Verbindungen einging: yhpü *0 31 rn^D nvsMB^ j^pD *d pro m mrb win p man wvrrh 1) Baidh. I, S. 204 2) Trotz dieser Tradition scheinen auch die Sunniten in der Praxis die Mit'a stillschweigend zu dulden. Cf. Jacob, 1. c. S. 54; Snotjk Hurgbonje, Mekka II, S. 156. 3) Wellhausen, 1. c. S. 465.