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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 280

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 280 (sequence 295)
Language
German
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280 P ap o, Die sexuelle Ethik im Qorän. Die dritte Fassung der Strafen für Unzucht ist durch den Skandalfall Aischas mit Safwän auf dem Zuge gegen die Banü Mustaliq entstanden. Mohammed hat an der eigenen Lieblingsfrau den Verdacht des Ehebruches erfahren müssen und nun läßt er es mit der unklaren Scheu vor Festsetzung einer Ahndung dieser Verbrechen genug sein, sondern er setzt feste Strafen an, die unerbittlich ausgeführt werden sollten, dennoch aber gegen die früheren, besonders das lebenslängliche Einkerkern, wenn es ernst gemeint wäre, als Milderung gelten können. In diesem Sinne erklärt auch Baidhäwi: J^ä^j lX^L g^JLs piL^! ^Äjyic. «. O - O 3 *• ^^tXi^l ^1 q^L^/oL K-yo^Jt *j ö\jL\ ^j^J „Es wird berichtet, daß dies (das Einkerkern) ihre Strafe bildete in den Anfängen des Islam; dann wurde es durch die Prügelstrafe ersetzt, und dies wurde gestattet, indem es eine Androhung bilden sollte, sie einzukerkern, wenn sie schon (ohne Erfolg) gezüchtigt worden seien." In dieser Fassung gilt als Unzucht für das Weib jedweder Verkehr mit einem Manne außer ihrem Gatten. Für den Mann möchte ich hier nicht mehr Grimmes2) Ansicht, jeder außereheliche Geschlechtsverkehr sei als Unzucht anzusehen, gelten lassen, sondern das charakteristische Kennzeichen für die Unzucht des Mannes konnte nichts anderes bilden als sein Verkehr mit einer Ehebrecherin oder einer Dirne, die ja im Arabischen unter eine Bezeichnung fallen. Erst dann ist der Mann der Unzucht schuldig, wenn sein Verkehr mit einem derartigen Weibe nachgewiesen wird. Baidhäwi erklärt in diesem Sinne die für den Orientalen unverständliche Voranstellung des Weibes im Koranvers: {JOjG} d-^jU Lg^yülJ ^j^S* wJi^l J, UJI ^iljÜ UiU, M „ O - « 3)LgjJ! XiLto^b Jüb\j ».jlX^ä/j ^3 2t>Az. L^äJ „Und die Hure steht an erster Stelle, weil die Unzucht meistens dadurch entsteht, daß sie sich dem Manne darbietet und ihm 1) Baidh. I, S. 200. 3) Baidh. II, S. 15. 2) Grimme, 1. c. II, S. 143.

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