Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 275 (sequence 290)
- Language
- German
- Belongs to
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P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. 275 Diese Bemerkung Balkhis steht einer Tradition entgegen, die gleichfalls auf einer mekkanischen, allerdings nach NöL- DEKE später entstandenen Koranstelle beruht; diese jedoch ^Us^ i^b Uääaö muß im Zusammenhange keineswegs auf die Empfängnis bezogen werden, sondern kann lediglich eine Bezeichnung für die Göttlichkeit der Maria bilden. Daß dennoch auf Grund dieses Verses auf eine Befruchtung durch Einblasen geschlossen wurde, beweist eben El-Balkhis Tradition: ^^t** vi^U^ ,L^° <3 „Da blies er (der Geist Gottes, Gabriel) in den Saum ihres Gewandes und sie ward mit Jesu schwanger." Diese Überlieferung stammt jedoch von dem Dichter Omajja, der ja mit Mohammed gewöhnlich nicht der gleichen Meinung ist3). 4)l^o v^^- ^lXaoJS J *äääjü „Da er sie geblasen hatte in die Brust durch einen Saum ihres Gewandes/4 Es scheint demnach richtig zu sein, daß Mohammed zumindest in der mekkanischen Fassung dieses Stoffes tatsächlich an einen Begattungsakt gedacht hat. In der medinischen Sure III erscheint er über die christliche Denkungsweise insofern besser informiert, daß er, der sie allerdings noch immer nicht zu fassen vermag, ihr wenigstens dadurch, daß er über die Art und Weise der Empfängnis schweigend hinweggeht, die Anerkennung nicht versagt, sondern sich, was ja dem Fatalisten leicht fällt, mit einem Machtbefehl des alles vermögenden Allah zufriedengibt, auf dessen Willen Jesus auf welche Art immer entstanden ist5). Er geht hierin so weit, das Entstehen Jesu hinsichtlich der Unerforschlichkeit und Unfaßbarkeit der Erschaffung Adams6) gleichzustellen, die sich ja gleichfalls nur mit der Allmacht Allahs erklären lasse, und seinen Muslimen genügt dies vollw £. kommen: ^K^wJ! j^s, gjfcjli „Und das8) ist der deutlichste Beweis und schließt jeden Zweifel aus." 1) S. XXI, 91. 2) Balki, 1. c. S. 120. 3) Spbengee, Mohammed und der Qorän, S. 69. 4) Balki, 1. c. S. 123 als Zitat aus Omajja. 5) S. III, 42. 6) ibid. 52. 7) Balki, 1. c. S. 123. 8) Der Vers 52 in S. III. 18*