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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 268

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 268 (sequence 283)
Language
German
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268 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. abscheute der Prophet und es erfolgte die Offenbarung." Es genügt jedoch für den Rahmen dieser Arbeit festzustellen, daß die hinsichtlich Keuschheit den eigenen Weibern auferlegten Erschwerungen Mohammeds seiner Eifersucht entsprungen sind und nicht etwa dazu bestimmt waren, die Mütter der Gläubigen als Musterfrauen für alle Welt hinzustellen. Für die vierte Auffassungsmöglichkeit der Bezeichnung Keuschheit gebraucht Mohammed als Terminus Behüten der Scham"; dieses Moment wird sowohl den Männern als auch den Weibern anbefohlen1). Im Koran findet sich keine einzige Andeutung davon, daß das Schamgefühl derart ausgebildet war, daß auch von einer Keuschheit gegen die eigene Person gesprochen werden kann. Der eben erwähnte Terminus, besonders mit dem Zusatz _ji f-R*!^ 2) ^Uj! , den allerdings Grimme3) als späteren Zusatz hinstellt, kann auch im Sinne der Scheu vor dem Entblößen der Sexualorgane gegenüber andren Personen aufgefaßt werden. Der Talmud dagegen kennt eine Anzahl von Vorschriften, die sich auf die Keuschheit gegen die eigene Person richten. Namentlich bei der Verrichtung der Notdurft wird diese gefordert; ja die Talmudlehrer gehen so weit, demjenigen überhaupt die Tugend der Keuschheit abzusprechen, der diese nicht auch gegen sich selbst hegt: 4)KMH fi^M N^K JMS plp ]^ „Man nennt nur den keusch, der auf dem Abtritt keusch ist." Weitere diesbezügliche talmudische Vorschriften lassen den zugrunde liegenden zweiten Zweck deutlicher erkennen, nämlich zu verhüten, sich selbst sexuell zu erregen; diese gelten allerdings nur für den Mann, da man allgemein im Talmud annimmt, das Weib könne durch mechanische Einflüsse nicht erregt werden5). Dem Mann jedoch wollte man es nicht einmal gestatten, beim Harnen den penis anzufassen6). Ja, nicht einmal, wenn man einen Dorn im Bauch stecken habe, solle man ihn herausziehen7). R. Jehuda hanassi, dessen Beiname Bfilpn, der Heilige, 1) S. XXIV, 30. 315 S. XXXIII, 35. 2) S. LXX, 30. 3) Grimme, 1. c. II, S. 143. 4) Berach. 62». 5) Nidda II, 1 ... "Ptt bs. 6) Nidda 13». 7) ibid. 13*>.

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