Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 282)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 267 „Zu klirren mit ihren Knöchelringen, damit man bemerke, daß sie einen Knöchelring besitze; und das erregt Verlangen bei den Männern." t Hat Mohammed in dieser Hinsicht den gläubigen Weibern viele Beschränkungen auferlegt, so verlangt er von seinen Frauen noch mehr1). Freilich ist nicht klar, ob ihn Eifersucht zu diesen Ausnahmebestimmungen veranlaßt hat, oder ob er es für notwendig erachtete, seinen Frauen, die in ihrer Stellung übermütig zu werden drohten2), worauf besonders V. 28 und 29 hinweisen, den Ernst und die Würde ihrer Eigenschaft als Frauen von Allahs Gesandtem vor Augen zu halten. Er verlangt von ihnen mehr Abgeschlossenheit und auch mehr Keuschheit in dem gegenwärtig erörterten Sinne, indem er sie warnt, kein Wort mit einem Manne zu sprechen, welches irgendwie auf ihn sexuell einwirken könnte3). Es scheint dennoch mehr das Motiv der Eifersucht gewesen zu sein, welches diese Ausnahmebestimmungen veranlaßte. Es beweisen dies auch Vers XXXIII, 53, worin ganz deutlich an den Tag tritt, wie sehr Mohammed über seine Weiber wachte. Sprenger4), wie auch Nöldeke5) halten diesen Vers nach Bochari und Albagani bei der Hochzeit mit Zainab entstanden, bei welcher einige Gäste länger geblieben sein und auch mit den Frauen Mohammeds vertraulicher gesprochen haben sollen, als es dem Propheten recht war. Baidhäwl hat jedoch eine Tradition, wonach sich dieser Vers nicht auf Zainab, sondern Aischa bezieht: y — ~ ,J^>-; vAj v^ol^ls auL^t äaäj ^LT aüt „Es wird berichtet, daß er einst mit einigen Genossen speiste, da traf die Hand eines Mannes die Hand der Aischa; dies ver- 1) S. XXXIII, 28—32. berichtet, daß sie kostbare Kleider und großen Aufwand verlangten, worauf diese Offenbarung erfolgte.* Baidh. II, S. 127. 3) S. XXXIII, 32. 4) Sprenger, Muhammed und der Qorän, S. 73. KääJLÜ hoLj 5) Nöldeke, 1. c. S. 155. 6) Baidh. II, S. 27.