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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 265

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 265 (sequence 280)
Language
German
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 265 Mann, der mit Mohammeds Konkubine Maria angeblich ein Verhältnis gehabt haben und dafür ermordet werden sollte, sofort laufen gelassen wird, als er beweist, er sei ein Eunuch1). Schließlich ist es den Frauen auch gestattet, sich vor Kindern zu entschleiern. In sehr vorsichtiger Weise, ich möchte sagen, fast in einer Form des Verbotes macht Mohammed den Frauen, die infolge Alters bereits steril sind, bezüglich der Verschleierung eine Konzession, die obendrein noch sehr dunkler und unklarer Natur ist; er gestattet ihnen, ihre Kleider abzulegen, ohne ihre Reize zu enthüllen, es sollen damit also etwa Obergewänder gemeint sein; an eine Freigabe des Gesichts kann ja nicht gedacht werden, weil dieses ja sicher unter die Bezeichnung *.Juj „Reize" fällt. Baidhäwi läßt hier gänzlich im Stiche. Doch meint Mohammed, es sei besser für sie, wenn sie von diesem seinem Zugeständnis keinen Gebrauch machen2). Es ist ganz klar, daß dies eine Entscheidung des Propheten, eine ausweichende Antwort auf eine entsprechende Anfrage darstellt. Von wem und in welchem Zusammenhange diese Anfrage gestellt wurde, habe ich leider, mangels Vorlage der nötigen Quellen nicht feststellen können. — Der Talmud kennt den Frauenschleier wohl, jedoch nur insoweit, als er den Gebrauch desselben in Arabien betont und ihn eben als einen dort heimischen, Beachtung verdienenden Brauch wertet: 8)mVljn mKXT» npmj? „Die arabischen Frauen können (am Sabbat) mit ihrem Schleier ausgehen." Daß freilich der Anblick des Weibes sexuell reizt, ist auch dem Talmud wohlbekannt, doch kennt er keinerlei feste Vorschriften, dieses Reizen zu verhüten. Moralsprüche gibt es allerdings mehrfach4), ja ein Amoräer gesteht es sogar ein, daß die Wollust beim bloßen Anblick des Weibes ihren Höhepunkt erreiche: tt^p*? BPH 1DK 5)fWJ?ö hti? iWttt UWy nK"lD:n£ „R. Lakisch sagt, der 1) Sprenger, i. c. III, S. 74. 2) S. XXIV, 59. 3) Sabb. VI, 6. 4) Cf. Ned. 20b ... M3N bu3 i-öpw bsnöttn ta. 5) Joma 74*>.

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