Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 264 (sequence 279)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2756-2640130- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
264 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. „Und was das anlangt, daß er nicht die Onkel väterlicher- und mütterlicherseits erwähnt, so sind diese entweder in der Bezeichnung ^y^>\ mit inbegriffen, oder aber es ist doch besser, daß sie sich vor ihnen verschleiern, da zu befürchten ist, die Onkel würden sie (ihre Reize) ihren Söhnen schildern." Aus demselben Grunde will Baidhäwi auch eine Tradition haben, es sei verboten sich vor ungläubigen Frauen zu entschleiern, weil diese in ihrer sündhaften Ungläubigkeit sie den Männern beschreiben würden: * - i w a^°3 er cr^r5^ o^bei! 0U olu^ii ^-Uj q^SUj 3! & ^UJL*JÜ3 ^fLT pL^üt 5t „Oder ihren Frauen — er meint die gläubigen; da die ungläubigen sich nicht enthalten würden, sie den Männern zu schildern, — oder auch allen Frauen — und die Gelehrten sind hierüber nicht einig." Des weiteren dürfen sie sich auch vor ihren Sklaven und Sklavinnen entschleiern. Ob unter ^*jLj 3 K.^! Kastraten gemeint sein müssen, ist nicht sicher. Baidhäwi bezieht dies auf Greise, Asketen und Idioten und bemerkt, daß bezüglich der Kastraten keine einheitliche Meinung herrsche: & oA^'-J £J*^! & i:L*aJt 33 ~ « Jwto&i y*Lüf ^jjuJu qjlXÜ *JIJS JuuSj u3^Li> L^^3> S^-^' 2)£LvJlJ! ^ji^Äj ^3 ^Ajih „. .. d. h., die kein Verlangen nach Frauen haben; und das sind die altersschwachen Greise und die Asketen, und bezüglich der Kastraten und Eunuchen bestehen Widersprüche; und man bezieht es auch auf einfältige Männer, die dem Menschen nur um ihrer Nahrung willen dienen und kein Verständnis für Weiberdinge besitzen." Daß jedoch zu Mohammeds Zeit Kastraten, besonders aber Eunuchen (d. h. Männer, denen neben der Verstümmelung der Hoden auch der penis abgeschnitten war), für sexuell ganz ungefährlich gehalten wurden, beweist schon die Tatsache, daß der 1) Baidh. II, S. 21. 2) ibid.