Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 255 (sequence 269)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 255 anzufangen; der Talmud will Lot von Schuld keinesfalls freisprechen, indem er behauptet, er hätte sich wohl einmal überrumpeln lassen können, muß aber durch die emissio seminis soweit ermuntert worden sein, um die Sachlage zu erkennen und die nächste Nacht vorsichtiger zu sein: ftlfi *\mh rrw53 hv noipai m hy npj nA vin n w» n bistd mm *»«d iwch rvb *»in \sdi jtp noipn tetf jrr «V matmff ^sinn vweA s\mnkx *«sfn kjmj mn „Es wird gelehrt im Namen R. Jose's b. R. Choni: Warum ist ein Punkt auf dem ,Waw' in dem Worte PlDIpai bei der älteren Tochter? Zu sagen, daß er es bei ihrem Niederlegen nicht gemerkt habe, bei ihrem Aufstehen aber wohl; was hätte er nun machen sollen? Was geschehen war, war geschehen; aber er hätte daraus lernen und am andren Abend nicht Wein trinken sollen." Die allgemeine rabbinische Ansicht geht nun dahin, daß den vormosaischen Hebräern2) die Verwandtenehen nicht verboten gewesen seien. Allerdings wirft im Falle von Lots Töchtern Nachmanides die Frage auf, warum dann die Töchter diese Überlistung des Vaters notwendig hatten. Die Antwort, die weibliche Züchtigkeit hätte die Töchter abgehalten, ihrem Vater einen solchen Antrag zu stellen, befriedigt ihn nicht; und so wreiß er keinen andern Ausweg, als jene unangebbaren religiösen Gründe vorzuschützen, daß, wenn die Blutschande auch erlaubt war, sich gerade gegen eine Ehe zwischen Vater und Tochter, die auch bis dahin laut der Bibel nie vorgekommen war, innere Gefühle widersetzen mußten, weshalb auch die Talmudlehrer Lot, trotzdem er nichts ihm Unerlaubtes begangen hat, wie die eben zitierte Stelle aus Nazir gezeigt hat, verdammen: nmn m p *o jm« hew ]TV2$h naa? in s%£?i rojn» vn mm p rwjH «Vi onn nrmn yjn tod ijtdd imn mnt? ix irm 8)w mh m d^o nrwro mm pi d^d „Und vielleicht waren sie so züchtig, daß sie ihrem Vater nicht den Antra;;; stellen wollten, sie zu heiraten, da ein „Sohn Noahs" ja seine Tochter heiraten darf; oder aber die Sache war bereits in den 1) Nazir 28 a. 2) T13 „Die Söhne Noahs", wie sie in der talmud. Literatur allgemein genannt werden. 3) Nachmanides, Pentat.-Komm. zu Genesis XIX, 32.