Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 253 (sequence 267)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qoran. 253 iXJLc KA2>li ^15" ^.£^4jo ^\ ^^JLi iCixi Lxius »Jf a. r. w w ^Jl\J5 ot^lf (jryi 0u£ IjjiU^ ^j^! KvQ^ \*h \j&z>j U dJS ^^iÜS J^;^ ,,Wahrlich, es ist eine Schandtat und eine Abscheulichkeit, — der Grund, warum es verboten ist. D. h.: wahrlich, ihre Heirat ist etwas Abscheuliches bei Allah; nicht hat er euch erlaubt eine Mutter von den Müttern, etwas Verabscheutes bei gesitteten Menschen; und so wird auch ein Kind eines Mannes von der Gattin seines Vaters (Schandgeborener) genannt." Die aus den übrigen verbotenen Ehen hervorgehenden Kinder heißen lediglich ^1. An historischen Fällen von Verwandtenehen ward im Koran nur einer angeführt, welcher jedoch sicher nicht als Blutschande in unserm Sinne des Wortes gelten kann. Mohammed verliebt sich im Jahre 5 v. H. in die eben erst mit seinem Adoptivsohn Zaid verheiratete Zainab. Tatsächlich scheint nun Mohammed, wie Grimme2) meint, Zaid solange zugesetzt zu haben, bis er ihm seine Frau abtrat. Mohammed sucht selbst im Koran die Sache als einen Befehl Allahs hinzustellen, nachdem er betont hat, daß Adoptivverwandtschaft der Blutverwandtschaft nicht gleichkomme3). Allah hat ihn zur Ehe mit Zainab gezwungen, er selbst wollte es gar nicht, sondern habe sich nur Allahs Willen gefügt. Er will sogar, als ihm Zäid seine Frau antrug, sie zurückgewiesen haben. Nun, nach dem Wortlaut des Korans will Mohammed gar nicht eingestehen, daß er von tiefer Neigung zu ihr erfaßt wurde. Daß er aber in dieser Angelegenheit geradezu skrupellos vorgegangen ist, kann sogar Baidhäwi, der fest an dem Machtgebote Allahs bezüglich dieser Heirat hält, nicht verheimlichen. Er beginnt einfach mit Zainab zu kokettieren, ihr zu zeigen, daß er sie liebe, er wußte wohl, daß die eitle Frau diese Bevorzugung seinerseits ihren Gatten werde spüren lassen. Auf diesem Wege suchte er Zaid seine junge Frau zu verekeln und ihn dazu zu bringen, sich von ihr zu 1) Baidli. I, S. 202. 2) GKIMME, 1. c. I, S. 139. 3) S. XXXIII, 4.