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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 248

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 248 (sequence 262)
Language
German
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248 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. setze, die Anordnungen des Königs sind (die blinden Gehorsam verlangen). Und solch eine Anordnung ist nur dem Geist des Königs verständlich, dessen Weisheit ja das Reich regiert. Er kennt die Notwendigkeit und den Nutzen des Gebotes, welches er befiehlt, teilt dies jedoch keinem seiner Untertanen, außer den Weisesten seiner Räte, mit." Mit einigen Ausnahmen hat Mohammed die biblischen Verbote genau übernommen. An erster Stelle erwähnt er die Verbindung zwischen Sohn und Mutter (Stiefmutter), welches Verbot schon dadurch hervorgehoben scheint, daß ihm ein eigener Vers1) gewidmet wird. Dies vermutlich darum, weil diese Verbindung zur Heidenzeit in der Form der Vererbung der Witwen des Vaters an den Sohn im Schwange war2). Der Zusatz v_aJL* Jy/i La b5! befremdet zunächst, da er ja die Auffassung zuläßt, irrtümlich geschlossene derartige Vereinigungen könnten ohne weiteres als gültige Ehen fortbestehen. Vermutlich ist es jedoch so gemeint, daß die vor der Offenbarung dieses Verses geschlossenen Ehen zwischen Stiefsöhnen und Stiefmüttern nicht gelöst zu werden brauchen, nicht aber, daß eine in Zukunft aus irgendwelchem Versehen geschlossene derartige Ehe gültigen Bestand haben sollte. So stellt denn auch Baidhäwi die zweite Auffassung als die eher annehmbare hin: ^^JL&oi v_äJL* <X£ U itt f^j^i JobLs> \y&6xi ^äI^ rw '•iö^sAjA od.w (A'i L* q.£J ^}c&Xa ^IJLxÄ^i J^3j ^j&SXi 8)j,yw *it ^aJLc „Und der Sinn ist: Heiratet nicht die Frauen eurer Väter, außer es ist bereits geschehen, wenn es euch möglich war, sie zu heiraten, und man sagt, daß diese Ausnahme mit diesem Zeitpunkte aufhörte, in dem Sinne: aber was bereits geschehen ist, darauf steht keine Strafe, nicht aber, daß dies eine Bestimmung für die Zukunft wäre." In letzterer Auffassung ist dieser Zusatz leicht erklärlich, da ja Mohammed die heidnischen Araber, wenn er ihre Ehen 1) Sure IV, 26. 2) Wellhausen, 1. c. S. 455. 3) Baidli. I, S. 202.

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