Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 259)
- Language
- German
- Belongs to
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 245 die Nachkommenschaft, als „Gerede, mit dem nichts anzufangen ist", zurück und stellt dann im Sinne Westbrmarks die Theorie auf, die Verbote der Verwandtenehen hätten sich aus der natürlichen Abstumpfung des Sexualtriebes gegen Weiber, mit denen man stets beisammen sei, entwickelt. Daß eine Abstumpfung der libido gegen Verwandte gewöhnlich vorhanden ist, ist wohl richtig und aus dem Koran besonders deutlich zu ersehen, da ja Mohammed den Weibern erlaubt, sich vor ihren Verwandten zu entschleiern, für welches Zugeständnis nur das Nichtvorhandensein des sexuellen Verlangens als Grund gelten kann; so auch Baidhäwi: KJUCftJ! f&yii äJü^ ^xJL3*t^./> ^i! q^^Uä^I^ ^^äLp^Ln^o ByL<i ^wotyiJt &a*U/> öjäaJ! gLxLJli UJ „Wegen des häufigen Beisammenseins mit ihnen; auch wegen des Wunsches der Frauen, mit ihnen (den Verwandten) zusammen zu sein, und auch, weil eine Versuchung durch ihre Gegenwart nicht zu erwarten ist; denn es liegt in der Natur des Menschen die Berührung der Verwandten zu meiden.4' Daß aber immerhin auch bei ständigem Beisammensein der Sexualtrieb nicht erlöscht, braucht nicht erst gesagt zu werden, und zahlreiche Fälle von Blutschande sprechen gegen diese Theorie. Auch Baidhäwi scheint von dem Fehlen der Sexuallibido zwischen Verwandten nicht überzeugt zu sein, wenn er dem Gebote, die ledigen Töchter etc. zu verheiraten, die Erklärung anschließt, die baldige Verheiratung möge den Inzest verhüten, und im Verlaufe der Erläuterung sich äußert, daß der „vertraute Umgang" mit den Verwandten, also das nach obiger Theorie das Sexualverlangen abschwächende, häufige Beisammensein, der Unzucht förderlich ist: •* 3 O 3 ~ xiüiU w<«w.JüL J.^\if £.Ul*J! ^Jf ^Ai^sü UJ j=>-jti £j.^t ^Liü ^Jl SüuLäJ! vAjj^j ä-i^y^t q**^ „Nachdem er die Verwandtschaft verboten hat, welche vielleicht, infolge des vertrauten Umgangs, zu einer verderblichen 1) Baidh. II, S. 21. 2) ibid.