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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 238

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 238 (sequence 252)
Language
German
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238 P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. Gebrauch durch einen andern für den ersten verunreinigt, so spielt doch auch in der Bibel die Verhinderung überstürzter Scheidungen viel bei der Abfassung dieses Gesetzes mit. In dieser Hinsicht soll der Zweck dadurch erreicht werden, daß sich der Mann vor jeder Scheidung wohl überlegen muß, was er tut, denn, war sie einmal mit einem andern verheiratet, gab's kein Zurück mehr. Mohammeds Gebot, welches nach der dritten Scheidung die Wiedervereinigung erst nach einer andern Eheschließung der Frau erlaubt, ist in der gleichen Absicht gegeben, wie Baidhäwi erklärt: ^J! jyJf^ üklkJi Jl\ gj^JcJt a* gJjil fJCÜ tJtf» S K+JÜL, ^jSW cXJLfc C^Ab JuJLäJI JojSte ^L<JÜ^ iUftjJtj L&L3 Kälktt „Und der Sinn dieser Verordnung ist, die schnelle Scheidung und das Gewöhnen an die 3. Scheidung und ihre Durchführung zu verhindern; und eine (andere) Heirat als Bedingung der Erlaubnis (sie wieder zunehmen) hindert in den meisten Fällen." Die Verschiedenheit der Wege, die die Gesetzgeber eingeschlagen haben, läßt sich psychologisch am ehesten erklären. Das biblische Gesetz ist von dem Ernste der Ehescheidung durchdrungen. An den Mann, der sich zu einem solchen Schritte entschließt, glaubt die Bibel die Anforderung stellen zu können, daß er vorher reiflich erwogen und es sich klargemacht habe, daß die Fortführung der Ehe mit dieser Frau unheilvoll wäre. Mohammed konnte diesen Ernst von seinen heißblütigen, hitzigen Arabern nicht verlangen. Er mußte ein andres Mittel suchen, seine Araber von übereilten Scheidungen fernzuhalten und er hat denn auch in richtiger Kenntnis des sexual-psychologischen Empfindens seiner Gläubigen den Hebel am richtigen Ort angesetzt, nämlich bei der Eifersucht der Männer. Liebte der Mann die Frau wirklich, so war ihm natürlich nichts fürchterlicher, als sie in die Arme eines andern zu lassen, und da er wußte, das müsse nach der dritten Scheidung unwiderruflich geschehen, wenn er sie wiederhaben wollte, wird er es wohl aus Eifersucht nicht bis zur dritten Scheidung kommen lassen. 1) Baidh. I, S. 120.

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