Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 237 (sequence 251)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. 237 „Von dem Kinde oder der Menstruation, um die Wartezeit zu beschleunigen." Einen kleinen Gegensatz Mohammeds zu den talmudischen Scheidungsgesetzen bildet Sure XXXIII, 48: d ^yA q^^^äXL p$ o'O^Xi ^ä^=Ou!<5f Qj^Xit L^jf L öuXfi ^yj L*=" ,,0 Ihr, die Ihr glaubet, wenn Ihr gläubige Frauen geheiratet habt und Euch dann von ihnen scheidet, bevor Ihr sie berührt habt, Ihr brauchtet dann bei ihnen keinen Termin einzuhalten." Zu Jeb. 4la: in1»» ikw lonsn^ $h dto ik» b pi inw rnrna inai rvfojn nnsi mViro ins own rwto? jr6 niDn« irWI niWW intfl HUD^K „So sollen auch alle andern Frauen sich nicht verloben, sich nicht verheiraten, bis ihnen 3 Monate verstrichen sind; mögen sie nun Jungfrauen oder bereits begattete oder geschiedene oder verwitwete sein oder auch verheiratet oder verlobt gewesen (auf jeden Fall sollten sie nach der Scheidung 3 Monate warten)." Doch ist dieser Gegensatz sicherlich minder bedeutend und auch insofern nicht als krasser Gegensatz zu bezeichnen, als obige Talmudvorschrift nur die vorherrschende unter den Talmudlehrern ist, während vereinzelte den vor der Verheiratung Entlassenen in gleicher Weise wie Mohammed die Wartezeit ersparen wollen. Geiger hat als krassesten Fall der „Bestreitung des Judentums im Koran" den Gegensatz zwischen S. II, 230 und Deut. XXIV, 4 hingestellt. Der Kontrast ist wohl da, doch möchte ich dies nicht als eine absichtliche Bestreitung des Judentums hinstellen, wie etwa die Abänderung bezüglich Aschura und Kibla, sondern es liegt die Vermutung näher, daß Mohammed die biblische Vorschrift, wenn er sie überhaupt gekannt, für seine Araber nicht zweckmäßig und erfolgbringend erachtet hat. Der Unterschied zwischen Bibel und Koran ist ja leicht klargestellt. Der Zweck dürfte in beiden wohl der gleiche sein, nämlich voreilige Scheidungen zu verhindern. Wiewrohl bei der biblischen Vorschrift die ethische Grundlage überwiegt, die verheiratete Frau werde nach der Scheidung durch sexuellen