Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 249)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. 235 setz ist, sie muß exklusive dem Tage der Geburt 24 Monate warten." Auch wenn sie das Kind früher entwöhnte, konnte dies die Wartezeit nicht verkürzen, da man befürchtete, es würden gewaltsame Entwöhnungen zum Schaden der Kinder überhandnehmen. Nur der Tod des Kindes brach die Wartezeit ab, da, wiewohl Mar b. R. Aschi auch daran denkt, daß in diesem Falle die Gelegenheit zu Kindesmord gegeben werde, doch die allgemeine Anschauung der Talmudgelehrten dahin lautete, daß man einer Mutter denn doch nicht wegen einiger Monate Wartens einen Kindesmord zumuten könne: KrD^ffi moN ^dj r\ü i^ss idx ■wk 'i '2 no tidk tntaj nnin nn wnn t&i ktoj? k^moi a^wi *6tap ao^n ^Waip^m '»"DJ? *6l WH ITOW „Das Gesetz ist: Stirbt das Kind, dann ist die Heirat erlaubt; hat sie es entwöhnt, dann ist sie verboten. Mar b. R. Aschi meint: Auch wenn es stirbt, ist sie verboten, vielleicht wird sie es töten, um heiraten zu können. Es ist tatsächlich so geschehen, daß eine Frau (ihr Kind) erdrosselte; doch ist dies ohne Belang; diese Frau war verrückt, denn normale Frauen pflegen ihre Kinder nicht umzubringen." Mohammeds Entscheidung stimmt mit der talmudischen soweit überein, als auch er verbietet, die Schwangere vor der Geburt zu heiraten2). Übrigens rät er es den Ehemännern dringend an, geschiedene Frauen, wenn es sich zeigt, daß sie schwanger sind, zurückzunehmen: 3)io^i a\ ^13 £ 0%tijx}2 „Und für ihre Ehegatten ist es geziemender, sie in diesem (Zustande) zurückzunehmen, wenn sie sich versöhnen wollen." Was aber die Forderung eines weiteren Wartens bis zur Entwöhnung des Kindes anlangt, so scheint Mohammed bei der sinnlichen Veranlagung der arabischen Frau dies für ein unerfüllbares Postulat gehalten zu haben, daher ist dies auch nicht ausdrücklich ausgesprochen. Daß er dennoch mit dieser talmudischen Bestimmung sympathisiert hat, zeigt der Umstand, daß S. II, 232 bei näherer Betrachtung die gleiche Tendenz erkennen läßt: 1) Ketub. 60*. 2) Sure LXV, 4. 3) S. II, 228.