Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 218 (sequence 231)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2708-2640082- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
218 P a p o , Die sexuelle Ethik im Qoran. Der Talmud befaßt sieh eingehender mit der Frage der Verweigerung der copula seitens der Frau und setzt hierfür Geldstrafen ein: HJ»ff nfßiriDD fft pnrtlB ntyn rmiDH tj; nrnö tfin vid ij; .pp^snra njnt? n&w n ratw pjn r6 Visn dn^ tj; i^m nrna sin dVij£ idik w n nnmro ijud ^IM mtt nn« DIpDQ nt^lT „Derjenigen Frau, die sich widerspenstig gegen ihren Mann (zur Kohabitation) zeigt, zieht man wöchentlich 7 Denare, nach R. Jehuda 7 Trapeken ab. Wie lange? Solange ihre Kethubba reicht. R. Jose meint, man könne weiter mit dem Abziehen fortfahren, so daß sie, wenn sie von irgendwelcher Seite etwas erben sollte, davon der Betrag abgesogen werden kann." Immerhin zählt dies auch zu den seltenen Fällen; in der Regel ist auch das Weib des Talmuds von sexueller libido erfüllt; freilich hat sie, nach dem Talmud, nicht das Recht, diese ihr innewohnende Leidenschaft offen zur Schau zu tragen: 2)HM JDin flmT! 2*72 njDW TWHTW ... „____da das Weib nur im Herzen verlangen darf, der Mann jedoch mit dem Munde". Daß der coitus, mäßig betrieben, nicht nur geboten, sondern für den normalen Menschen notwendig und Erleichterung schaffend ist, glaubt Baidhäwi in einem Koranve^s angedeutet zu finden: yuo L^o J......(j^Ui i^jütj yAJ Jy? Z)jy<^kl\ *XjUj^ *x>l.AÖ „Sie sind euch ein Kleid und ihr ihnen . .. oder, weil jeder der beiden das Befinden des andern fördert und ihn vom Unnatürlichen abhält", eine Erklärung, die sicherlich ganz im Sinne Mohammeds gehalten ist. Der Talmud rechnet, dieselbe Ansicht in seiner Art vertretend, ihn wohl zu jenen 3 Dingen, 4)...C|Wn rjWl ]*ü*2S pKttf, „die nicht in den Körper aufgenommen, ihm dennoch Genuß schaffen", aber auch zu jenen, die 5) T\&* pipm fWp pTW „im Übermaß genossen, verhängnisvoll werden können, in Mäßigkeit jedoch schön und förderlich sind". Erst Maimonides, bei dem, von 1) Kethub. V, 6. 2) Erubin 100*>. 3) S. II, 183; Baidh.I, S. 103. 4) Berach. 57b. 5) Gittin 70*.