Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 215)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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202 P ap o, Die sexuelle Ethik im Qorän. hat, wenn er dem, der mit der Weiberpsyche nicht sehr gut umzugehen versteht, den wohlgemeinten Rat erteilt, es mit einer Gattin genug sein zu lassen1). Die Begründung für die in demselben Vers als höchste zulässige Frauenzahl angeführte Vierzahl dürfte darin zu suchen sein, daß Mohammed eben zu jener Zeit diese Anzahl besessen hat; die Zurückführung der Vierzahl auf jüdische resp. talmudische Quellen dürfte unrichtig sein. Bei der Erwähnung derselben im Schulchan aruch: 2)D^ DTK KW tibw mitD HSJ? D^DDn DlpD feffl „Dennoch haben die Gelehrten den Rat erteilt, man solle nicht mehr als vier Frauen heiraten" dürfte es sich eher um den allerdings seltenen Fall einer Entlehnung seitens der rabbinischen Gesetzgebung aus dem Islam handeln, nicht aber das reguläre umgekehrte Verhältnis gegeben sein, was ja bei dem Verfasser des Schulchan aruch, der den größten Teil seines Lebens in islamitischen Ländern verbrachte, nicht zu verwundern wäre. Die Abwechslung innerhalb der Vierzahl, durch Scheidung oder Tod einer Gattin, ist zwar im Koran nicht ausdrücklich betont, gilt aber allenthalben als erlaubt. So auch Baidhäwi: L>i\xJt 0-* *Lfc U gjCju ^\ £4.11 lXj^j L$Lüm3 3)^ftiÄ^ (^ääX^ „Und damit ist die Erlaubnis gegeben, daß jeder, der heiratet und mehrere Frauen haben will, heiraten darf von der erwähnten Zahl nach seinem Willen, indem man an der Zahl festhalten muß, dabei aber abwechseln kann.u Mohammed hat jedoch das Vierweibergesetz, wenigstens für seine Person, bald außer Kraft gesetzt. Er heiratet nach dem Zuge gegen die Banü Mußtaliq die Kriegsgefangene Barra, bald darauf Umm Salama und gleichzeitig mit ihr Zainab bint Gahsch. Die Koranverse, die diese Übertretung rechtfertigen, sind sehr dunkel gehalten und tragen einen der krassesten Widersprüche des Korans in sich: WM S- 4)LgÄJCu.*o ^aJü! o^i L^ä3 vi^ö^ &J5^y> slyotj 1) S. IV, 3. 2) Schulchan aruch, Eben haezer I, 9. 3) Baidh. I, S. 194. 4) Sure XXXIII, 49.