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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 196

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 196 (sequence 209)
Language
German
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196 P ap o, Die sexuelle Ethik im Qorän. Frau, die gleichfalls unfruchtbare Michal, bedient1), die im heidnischen Altertumskult häufig auftretenden Phallusbilder, die die Gestalt des Penis hatten. Des weitern wird auch der Vers: 2)^1D^ 7DJ?f£ ]T\n üb "]jn?Dl „und von deinem Samen sollst du nichts vor dem Moloch vorübergehen lassen'' in der Art gedeutet, daß dem Moloch tatsächlich semen virilis als Opfer dargebracht wurde, was eben die Bibel den Israeliten verbot. Daß aber, obwohl dem Kultischen an der Verehrung der männlichen Zeugung von der Bibel, wie eben gezeigt, schroff entgegengetreten wird, dennoch die Ansicht bezüglich der Zeugung als einseitige Leistung des Mannes vorherrscht, zeigt sich sogar noch in den diesbezüglichen Sentenzen des Talmuds: *)nmn xh bnx n\m srna by nnxD „Nur dem Manne ist das Gebot der Vermehrung auferlegt, der Frau dagegen nicht". Oder: 4)nT»nn^ TWtih DTIp t^SH „Wenn es die Erhaltung des Lebens gilt, geht der Mann der Frau vor." Diese beiden Aussprüche kennzeichnen hinreichend die erwähnte Tendenz. Doch noch im weiteren Verlaufe der Zeit bis ins Mittelalter hinein, finden sich in diesem Sinne gehaltene rabbinische Ansichten, besonders in der kabbalistischen Literatur; so etwa Abraham Abulaffia: EhtC jnm riMff rifcOTfl 5)m« rnpn nsawn rnm^n rwsw „Das Ausstoßen des Sperma beim Manne ist eine Offenbarung der göttlichen Schechina, die im Innern des Menschen wohnt." Über Zeugungsunfähigkeit beim Manne spricht der Koran kein Wort. Es mag dies vielleicht nicht ohne Absicht der Fall sein; in den letzten Lebensjahren Mohammeds kann man wohl annehmen, daß er der Manneskraft völlig ermangelte. Kinder hat er in den gegen das Ende seines Lebens geschlossenen Ehen nicht gezeugt. Dennoch verlangt das islamitische Recht nach einer Entscheidung in solch einem Falle und El-Quduri fällt sie nach der Schule Abu-Hanifas in der Weise, daß bei erwiesener Impotenz des Gatten die Ehe auf Verlangen der Frau 1) I Sam. XIX, 13. 2) Lev. XVIII, 21. 3) Jebam. VI, 9. 4) Horaj. III, 6. 5) Rubin, 1. c. S. 27. [In der Mystik entspricht die Sehnsucht nach der mystischen Vereinigung der sexuellen Spannung, die „Erlösung" der sexuellen Entladung. Grunwald.]

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