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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 194

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 194 (sequence 207)
Language
German
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194 P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. „Und trachtet nach dem, was Allah euch festgesetzt hat und niedergeschrieben hat in dem Buche bezüglich der Zeugung; nämlich es geziemt sich, daß der Zweck des Sexualverkehrs die Zeugung sei; das war die Absicht bei der Erschaffung des Sexualtriebes und des Gebotes, zu heiraten." Gemeint scheint nun hiermit das tatsächlich im Sinne eines Gebotes zur ehelichen Verbindung aufgefaßte IIS der Bibel zu sein. Doch ist diese Auslegung des Bibelwortes erst im Wege des Talmuds geschehen. Dieser nimmt es mit dem eben behandelten Postulat der sexuellen Ethik viel genauer, stellt die eheliche Verbindung als ein striktes Gebot der Religion hin; und merkwürdigerweise nimmt die Strenge seiner Forderung im Laufe des Entwicklungsganges des Talmuds entschieden zu. Während nämlich noch zur Zeit der Mischnah ein Mann, der zwei Kinder hatte, nicht mehr das Gebot der Vermehrung zu erfüllen brauchte2), versagt der Amoräer R. Eleasar jedem, der unbeweibt ist, überhaupt die Bezeichnung „Mensch": "D? nDftJff DTK fWK ih mT» "ltj?^ '11DK 8)OTK üm m top*! D*On nnpfl „Essagt R. Eleasar: Jeder Jude der kein Weib hat, verdient den Namen „Mensch" nicht; da es heißt: Männlich und weiblich erschuf er sie und nannte ihren Namen: „Mensch"." Wenn nun auch derartige Lehrsätze, die unbedingt auf ständiges Verheiratetsein dringen, erst in der Zeit der Gemara auftauchen, so finden sich, hinsichtlich der Forderung, die copula carnalis nur zum Zwecke der Vermehrung auszuführen, schon in der Mischnah strenge diesbezügliche Vorschriften, von denen hier nur die weitgehendste angeführt werden soll, die den Beischlaf mit einer Frau, von der man weiß, sie sei unfruchtbar, als Hurerei, als Unzucht hinstellt: W nur wnw n^^\s% o\ni srjw idik rmrr» 4)rmrQ miDKn „R. Jehuda sagt: Wenn er (der Priester) auch 1) Genes. IX, 7. 2) tn-ftrt« ijroiö mn d-cs iV i»i p Dtf rra-ri sm-iao öin büa^ ab öann mpai -dt -vo*««) nspin -dt n*ntt« bbn mm d^-dt ^td „ Nicht darf der Mensch die Pflicht der Vermehrung vernachlässigen bis er nicht Kinder habe* und zwar nach Schammai zwei Söhne, nach Hillel einen Sohn und eine Tochter, da es heißt: „Männlich und weiblich erschuf er sie . . .tt — Jebam. VI, 7. 3) Jebamoth 72b. 4) Jebamoth VI, 6.

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