Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 200)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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188 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. er Reue empfindet; doch ist das erstere wahrscheinlicher; und so steht auch im Buche Abu Mas'uds: „Nachdem sie gezwungen wurden, ihnen verzeihend barmherzig"; es paßt ihm nicht, daß der Mißbrauch ohne Sühne bleiben soll; und es ist auch keine Veranlassung da zum Verzeihen, da der Mißbrauch nicht wieder aufgehoben werden kann." Dennoch wird hierdurch nicht verdeckt, daß Mohammed diesem Treiben am liebsten gar nicht entgegengetreten wäre. Wieviele Sklavinnen Mohammed selbst sexuell gebraucht hat, wird sich schwer jemals feststellen lassen8). Besonders aus der Zahl der Kriegsgefangenen wählte er sich gerne ihm zusagende Frauen aus, deren sich ohne jedes Entgelt, ohne zu bedienen, er ja das Recht hatte. Bisweilen spielte er den Großmütigen, und wenn die kriegsgefangenen Weiber gewillt waren, den Islam anzunehmen, so geruhte er, sie als Ehefrauen zu behandeln, indem er ihnen als die Freiheit schenkte und sie solange bei sich behielt, bis er ihrer überdrüssig war1). Nahmen sie den Islam nicht an, nun so gebrauchte er sie ebenfalls ohne Skrupel, wiewohl er es seinen Gläubigen untersagt hatte, Heidinnen zu heiraten, bevor sie gläubig geworden waren2). Für ihn galt eben diesbezüglich das Privileg: u&u+j U$ z)^aXs. M pU! „Und was deine Rechte besitzt, von dem, was dir Allah als Beute gab." Die Gebote, die den Sklaven, wenn auch kein Recht, so doch wenigstens menschliche Behandlung verschaffen sollten, sind sehr spärlich. Mohammed befiehlt einmal, man solle gut sein gegen den Besitz der Rechten4) und verordnet auch, daß man die braven Sklaven und Sklavinnen verheiraten soll5). In welcher Weise dieses Gebot hinsichtlich der Sklavinnen aufgefaßt werden konnte, haben ja die bisherigen Ausführungen gezeigt. Baidhäwi stört denn auch der Ausdruck „verheiratet", offenbar schwebt ihm dabei der richtige Gedanke an ein gewaltsames Zwingen zu einer „Ehe" vor. Daher seine 1) Grimme, Mohammed, Münster i. W. 1892, S. 141. 2) Wellhausen, 1. c. S. 436. 3) S. II, 220. 4) S. XXXIII, 49. 5) S. IV, 40. 6) S. XXIV, 30.