Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 187 (sequence 199)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2638044-2638085-2638086--2676-2640050- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. 187 siehe, Allah ist, nachdem sie gezwungen wurden, vergebend, barmherzig." Schon der Konditionalsatz LuL^ ^? ist in diesem Verse befremdend, wenn man erwägt, daß nach den gegebenen Begriffen die Sklavin überhaupt nichts zu wollen hat, sondern ihr Wille stets mit dem des Herrn identisch sein muß. Da also das Zwingen zur Unzucht gestattet war, wenn die Sklavin nicht keusch leben wollte, so war es den Herren ein Leichtes, den „Willen" der Sklavinnen so zu beeinflussen, daß sie eben von ihrem Wunsche, keusch zu leben, abkamen und die sauberen Herren nun, ohne die dt\ ohne die „Vorschriften Allahs" zu übertreten, mit ihnen machen konnten, was sie wollten. Weit befremdender, in unserem Sinne fast empörender sind die Schlußworte dieses Verses. Die Nachsichtigkeit und Nachgiebigkeit Allahs ist hier denn doch ein bißchen weit getrieben. Dieses Empfinden haben wohl auch die Kommentatoren gehabt; in dem Bestreben, Mohammed rein zu waschen, ist es ihnen gelungen, eine scheinbare Zweideutigkeit in die betreffenden Worte hineinzulegen, indem sie die Verzeihung Allahs entweder auf den Herrn oder aber auch auf die mißbrauchte Sklavin beziehen, wiewohl natürlich nicht klar ist, was Allah dieser zu verzeihen hat. Baidhäwi erklärt in diesem Sinne und hat überdies einen Gewährsmann, der in der Empörung über diese Worte sogar eine Textänderung vornimmt, indem er ein einschiebt, wodurch jedoch die Klarheit des Sinnes des Verses viel einbüßt: e>! er^ jy^ o**!/{ Ob ^yj^\jf\ iAxj ^ya c*yx*+A v^ä^uaä <3 jlftJgJU vjü^t <w o y w b^axiS ^J! &:>Us- 5U2i XjyCJ! &As. Ojj (^i^j jj^- ^oÜJb SOes^Jtt ^Uu „Und siehe, Allah ist, nachdem sie gezwungen wurden, verzeihend, barmherzig — nämlich ihnen oder auch ihm, wenn 1) Baidh. II, S. 22.