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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 184

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 184 (sequence 196)
Language
German
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184 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. lebten und zu dem Tempeldienste in irgendwelcher, uns leider unbekannten Beziehung gestanden haben. Ibn Esra kann sich denn auch nicht anders darüber hinweghelfen, als mit den Worten: mwi tfopn nr mariD not? nvn nnmy btinwz mm ovn mio pn msv>r6 tij? ttis jrfc nru jnvnKiD ^rnson w yottfa Wsnrfc ijtid ^n« nns „Und es gab tatsächlich in Israel Frauen, die Gott dienten, indem sie sich von der Lust dieser Welt abgewandt hatten und darum auch ihre Spiegel als Spende darbrachten, da sie sich nicht mehr schön zu machen brauchten. Nur kamen sie Tag für Tag an den Eingang des Stiftszeltes, um zu beten und die Auslegung der Gesetze zu hören." Es ist jedenfalls befremdend, daß die Bibel über diesen Punkt sonst gänzlich schweigt. Auch der Talmud hat mit keinem Worte die Erklärung des Zweckes jenes Frauendienstes im Heiligtum versucht, welcher nach der eben zitierten Annahme Ibn Esras einen bedeutenden Einfluß auf die sexuelle Ethik der Bibel ausüben mußte und in welchen katholische Theologen2) die Wiege der christlichen Frauenklöster gefunden zu haben meinen. b) Die Sklavin. Mohammeds Lehre gewährt den Sklavinnen in sexueller Beziehung fast gar keine Rechte, legt ihnen aber eine Reihe von Pflichten in dieser Hinsicht auf. Nach Mohammeds Äußerung muß übrigens zu seiner Zeit ein großes Angebot an Sklavinnen, dem beliebtesten Handelsartikel des Orients, geherrscht haben, wenn er denen, die nicht reich genug sind, den für eine freie Ehefrau aufzubringen, Sklavinnen zur Ehe anrät3). Inwieweit die Ehe mit einer Sklavin nun überhaupt Ehe oder gar nur Konkubinat genannt werden kann, ist nicht leicht zu sagen. Schon aus S. IV, 3, wo Mohammed denen, die mit den Waisenmädchen oder auch mit mehreren Ehefrauen nicht umgehen zu können fürchten, den Rat erteilt, nur eine Ehefrau 1) Ibn Esra Pent. Komm, zu Exod. XXXVIII, 8. 2) Zschokke, Das Weib im alten Testament, Wien 1883, S. 17. 3) S. IV, 29.

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