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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 183

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 183 (sequence 195)
Language
German
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P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. 183 es sich gar nicht anders; tatsächlich ist sie von dem sexuellen Verlangen nach dem Manne so erfüllt, daß ihr als höchstes Streben gilt, ihn zu befriedigen, ihm zu gefallen. Ist der Mann eifersüchtig und prügelt er sie in einer solchen Anwandlung, so sieht die Frau in ihrem sexuellen Empfinden darin nur, daß der Mann sie für sich allein haben wolle, daß er sie liebe, daß sie ihm wert sei und dieses Bewußtsein läßt sie mit allen Unterdrückungen, sogar mit den Schlägen des Mannes sich aussöhnen1). Nächst der sozialen Stellung des Weibes wäre noch ihre Stellung zum Kult zu untersuchen. Der Koran kennt eine Beteiligung der Frauen am Gottesdienste nur insoweit, als sie zum Gebete verpflichtet sind. Am öffentlichen Gebete können sie zwar teilnehmen, doch scheint dies nicht gerne gesehen zu werden, da man nach Sure XXXIII, 33 annimmt, der Prophet habe den Frauen angeraten, es sei besser, wenn sie zu Hause beteten. Im Gegensatz zur Verpflichtung der Frau zum Gebete durch den Koran, ist nach dem Talmud die Frau von allen religiösen Übungen, die an eine bestimmte Zeit gebunden sind, also auch vom zeitlich festgesetzten Gebete befreit2). In der Bibel finden sich jedoch zwei Stellen, die darauf hinweisen, daß das Weib bereits dem israelitischen Tempeldienste näher gestanden hat, als man gewöhnlich annimmt. Es heißt, daß Moses das kupferne Waschbecken mit seinem Fuße aus den Spiegeln der dienenden Weiber verfertigte, die da dienten am Eingänge des Stiftszeltes3). Des weiteren wird erzählt, daß Chophni und Pinchas die Weiber beschliefen, die am Eingange des Stiftszeltes dienten4). Mag dieser Weiberdienst zu der übrigen Bibel in noch so krassem Gegensatz stehen, und mag man sich noch so bemühen eine Erklärung zu finden, die die genannte Stelle in einer der sonstigen diesbezüglichen biblischen Anschauung akkommodierten Art auszulegen imstande wäre, so kann man doch nicht umhin, hier an Frauen zu denken, die, von der Welt zurückgezogen, hier in sexueller Enthaltsamkeit 1) Vgl. Stern, Medizin, Aberglaube u. Geschlechtsleben in der Türkei Berlin 1903, II, S. 199. 2) Berach. 20*>. 3) Exod. XXXVIII, 8. 4) I Sam. II, 22.

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