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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 178

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 178 (sequence 190)
Language
German
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178 P a p o, Die sexuelle Ethik im Qorän. nütz und schieden sich. Der Mann verheiratete sich nun an ein schlechtes Weib und wurde von ihr verdorben. Auch die Frau heiratete einen schlechten Mann, aber sie vermochte ihn gut zu machen; daraus geht hervor, daß alles von der Frau abhängt." Die Frage, ob Mohammed das Weib bezüglich seines ethischen Wertes für den Mann einzuschätzen gewußt hat, kann, wie aus allem, was in dieser Arbeit diesbezüglich noch folgen wird, nur verneinend beantwortet werden. Die einzige Frau im Koran, die einen Einfluß auf ihren Mann in gutem Sinne hätte ausüben können, ist Pharaos Weib1); doch weiß Mohammed ihr nicht die geringste Möglichkeit zuzusprechen, auf ihren Gatten einzuwirken. Auch S.III, 23: SjiZf dJt J**^ ^^xr q^ä^T ^li kann nicht in diesem Sinne aufgefaßt werden, sondern es scheint hierin der Nutzen des Mannes durch das Weib als Befriedigerin seiner Lust, als Gebärerin und somit als Erweiterin seines Besitztumes gemeint und hervorgehoben zu sein. Aus dem bisher Gesagten läßt sich bereits manches auf die soziale Stellung des Weibes folgern. Bei Mohammed gilt natürlich der c^5> des Mannes vollständig als Besitz des Mannes und als solcher ganz der Gewalt des Mannes preisgegeben; dies gilt besonders für die verheirateten Frauen, wiewohl auch die ledigen in nicht angenehmerer Art der patria potestas, dem Vater, respektive Vormund unterworfen waren. Es mag dies auch der Grund sein, daß Mohammed seinen gläubigen Ehemännern so oft die Behandlung der Weiber 2) ans Herz legt. Freilich braucht diese Güte nur so lange zu dauern, als die Frau das tut, was der Mann von ihr verlangt; ist sie widerspenstig, so ist dem Manne das Recht eingeräumt, sie einzusperren und zu prügeln3). Welch traurigen Charakter die von dem Ehegatten auf die Frau ausgeübte Macht hatte, zeigt sich deutlich in der Tatsache, daß die Sitte, neugeborene Mädchen zu töten, nicht nur von der armen Bevölkerung geübt wurde, die zu diesem Mittel griff, um die Kosten der 1) S. LXVI, 11. 2) S. IT, 228. 229. 237. 238; S. IV, 23. 29 u. a. 3) S. IV, 38.

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