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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 177

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 177 (sequence 189)
Language
German
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 177 allen israelitischen Frauengestalten fernzuhalten, bei fremdvölkischen aber um so stärker hervortreten zu lassen, zumal da mit der sexuellen Verführung mitunter auch eine Verleitung zum Götzendienste verbunden war, wie etwa bei Kosbi, die das Stammesoberhaupt Simri verführte1). Auch das Weib Potiphars, das Joseph zu verführen suchte2), wovon gleichfalls noch zu sprechen sein wird, ist keine Stammesgenossin, ebenso die Weiber, die Simson verführen3). In gleicher Weise stellen auch die Frauen, durch die Salomon in Sünde verstrickt wird4), lauter fremdländische Elemente dar. Schließlich kann an dieser Stelle noch Isebel, Achabs Frau, erwähnt werden. Die Bibel will es also keinesfalls für die israelitischen Frauen gelten lassen, sie mußten ihrem Manne das sein, was Eva dem Adam; im Gegenteil, es lassen sich Belege erbringen, daß der Einfluß des Weibes auch auf den Mann nach der biblischen Forderung in der Richtung des Ethischen wirken soll. Sarah wird einer derartigen Beeinflussung ihres Gatten sogar durch einen göttlichen Machtspruch an Abraham unterstützt5). Rebekka beeinflußt, ja überlistet sogar ihren Mann, von einer Bevorzugung des unwürdigen Esau abzusehen6). In gleichem Sinne hält auch Abigail David ab, unbedachte Rache zu nehmen7). Auch in der talmudischraggadischen Literatur wird der bedeutende Einfluß des Weibes betont und zugestanden, daß dieser Einfluß sich unter allen Umständen, sei es im guten oder schlechten Sinne zeigen muß: nr D"\n iTDj?n «Vi r\m nTonh nvw im Tora rwyn •f?n nr na nr nsrun hdj? rrapnf? D^jno r\m n?n yvrb nKiatfi jikt rohm ytan lma nntyjn nm nptön nr 8)nttfKn jd tarw *in p'ns wik nnpjn im „Zwei gute Menschen waren einst miteinander verheiratet, ohne Kinder zu zeugen. Da sagten sie sich, sie seien so zu nichts 1) Num. XXV, 6 u. 15. 2) Genes. XXXIX, 7 ff. 3) Jud. XIV, lff; XVI, l,4ff. 4) IReg. XI,' 1. 5) Genes. XXI, 12. 6) ibid. XXVII, lff. 7) ISam. XXV, Uff. 8) Genes, rabba XVII. [Siehe auch das. zu Gen. 32,23: Dinah hätte, wenn mit Esau vermählt, diesen günstig beeinflussen können u. a. St. Grunwald.] Grunwald, Jahrb. f. jtid. Volksk. II. 12

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