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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 175

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 175 (sequence 187)
Language
German
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 175 Diese Erklärung läßt deutlich die Tatsache erkennen, daß Mohammed hierbei das Vorhandensein eines Sexualtriebes, der Mann und Weib innig aneinanderkettet, dem längere Zeit zu widerstehen unmöglich sei, konstatiert, daß ihm jedoch nach einer ethischen Begründung dieses Triebes zu suchen, die etwa wie die der Bibel geeignet wäre, das Weib in der Achtung des Mannes zu heben, es als Ergänzung zur eigenen Unvollkommenheit zu betrachten und in der fleischlichen Vereinigung die Darstellung des vollkommenen Urmenschen1) zu finden, nicht im mindesten einfiel. Endgültig, fixiert erscheint in der Bibel das Verhältnis zwischen Mann und Weib erst durch den Sündenfall, welcher gleichfalls von Mohammed in rohen Umrissen in den Koran mit aufgenommen wurde. Doch gerade diese Tendenz der biblischen Erzählung, nämlich das Bestreben der Bibel, die im Weibe verkörperte Verführung zu Sinnesgenüssen, die darauffolgende seelische Ernüchterung symbolisch darzustellen und davon die für Mohammed so wichtige Überordnung der Männer gegenüber den Frauen abzuleiten, hat der Prophet gänzlich ignoriert und mißverstanden. Nach seiner Darstellung des Sündenfalles2) spielt bei diesem Eva die gleiche Rolle wie Adam, beide essen vom Satan verführt von dem verbotenen Baume — der Name des Baumes ist Mohammed auch unbekannt — worauf ihnen ihre Scham offenbar wurde und Gott sie zur Strafe für ihren Ungehorsam aus dem Paradiese verstieß. Entsprechend der beiderseitig gleichen Schuld läßt er auch für beide gleiche Strafen folgen. Der Satz 3)3cXfi stellt sicherlich eine Verwechslung mit dem Fluchspruch an die Schlange in der Genesis 4)iWKn y>2 TWH mW dar, die Mohammed auf das Verhältnis zwischen Mann und Weib bezieht. Während also die Bibel mit dem Machtwort Gottes 5)"p Kim in Ver- 1) Die Gestalt des Urmenschen erseheint wohl im Koran unter dem Ausdruck 8 J^>t} <jw»äj; doch fehlt jedweder Ein weis auf seine Vollkommenheit gegenüber der Unvollkommenheit der beiden Geschlechter. 2) S. VII, 19-28; S. II, 33—34. 3) ibid. an beiden Stellen. 4) Genes. III, 15. 5) ibid. 16.

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