Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Journal
- Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
- Volume
- 1924-1925
- Issue
- Jahrbuch (1924-1925)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 186)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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174 Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 1)L^J! lyuC^Äi, also lediglich die copula mit dem Manne und vermittelst dieser die Fortpflanzung. In Übereinstimmung mit dieser Denkungsweise gilt im Koran das Weib als 2)£y> als Acker des Mannes. Wenn weiter die Bibel von der Innigkeit des Verhältnisses des Mannes zu seinem Weibe spricht, wenn sie betont, daß dieses Verhältnis eine, der Natur nach sicherlich festgefügte Zusammengehörigkeit, die der Kinder zu den Eltern aufhebt3), so scheint sich auch bei Mohammed eine derartige Äußerung zu finden, die das Verhältnis von Mann und Weib zueinander darstellt. (j*LjJ ^äjU, r%XJ (jJwJ „Sie sind euch ein Kleid und ihr seid ihnen ein Kleid." Dieser Ausspruch Mohammeds, gelegentlich der Erlaubnis des coitus während der Fastenzeit getan, läßt deutlich im Gegensatz zu der Bibel hervortreten, das sinnliche Empfinden des Propheten, der scheinbar die enge Aneinanderkettung von Mann und Weib lediglich auf die sexuelle Gier gründet. Ohne es für notwendig zu finden, Mohammed von diesem Vorwurf zu reinigen, erklärt in diesem Sinn Baidhawi die zitierte Stelle: q^jLaX>! Kjjjt-o^ o^vLc jX^lÜ xl'i S^^^ V^** UVH oLixXav! s. ~ J^äAj^ ^Uüjcäj ü\jL\^ UJj jo*o^Ui öcX-äj K.LJL^vI! HyXS .5){j*LaJlSIj xx^i xxs>Lo ^JLä L**$i* i}S „Zunächst erklärt er die Ursache der Erlaubnis (des Beischlafes während der Fastenzeit) und zwar wäre das (im Falle eines Verbotes) ein übermäßiges Enthalten von ihnenj ferner wegen der bedeutenden Schwierigkeit, die mit dem Meiden der Frauen verbunden ist, welche in der Innigkeit des Verhältnisses und der Heftigkeit des Verlangens nach dem Sexualverkehr begründet ist. Und wenn Mann und Weib einander umhalsen, dann wird jeder von beiden dem andern gegenüber mit einem Kleide verglichen." 1) S. XXX, 20; VII, 189. 2) S. II, 223. 3) Genes. II, 24. 4) S. II, 183. 5) Baidhawii commentarius in coranum, ed. Fleischbe, Leipzig 1846, I, S. 103.