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Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde · 1924-01-01 · Jahrbuch (1924-1925) · p. Seite 173

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Journal
Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde
Volume
1924-1925
Issue
Jahrbuch (1924-1925)
Date
1924-01-01
Page
Seite 173 (sequence 185)
Language
German
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Papo, Die sexuelle Ethik im Qorän. 173 I. Das Weib. a) Das freie Weib. Die Erschaffung des Weibes aus einem Teile des Mannes hat Mohammed im Prinzip der Bibel entlehnt. Dennoch zeigt sich bei dieser Entlehnung die Tatsache, daß der Prophet nicht nur die Tendenz der Bibel bei der Bildung des Weibes nicht klar erfaßt hat, sondern es scheint auch hier ein Beweis für NöLdeke's1) Behauptung, der Mohammed die Benützung schriftlicher Quellen überhaupt abspricht, insoweit erbracht, als mit Sicherheit angenommen werden kann, daß dem Propheten der Wortlaut jener Stelle ganz unbekannt war. Dies zeigt sich schon in der Vertauschung der Begriffe y^Äi im Koran gegen das der Genesis. Während der biblische Ausdruck keine weiteren Schlüsse gestattet, als daß eben das Weib aus einem Teile des Gatten geschaffen ist, läßt Mohammeds Terminus für die Materie, aus der das Weib gebildet wird, die Folgerung zu, das Weib besitze, da es ja aus einem fremden [J^J6, dem des Mannes erschaffen sei, keine eigene <j*aj, keine eigene Seele, kein eigenes Selbst, mit einem Wort keine Individualberechtigung2), eine Ansicht, die weit verbreitet, dennoch bereits von Weil3) entschieden zurückgewiesen wird. Noch deutlicher geht Mohammeds Entgleisung aus der Bahn des biblischen Textes und biblischer Tendenz bei der Bildung des Weibes in der Charakterisierung des Daseinszweckes desselben. Während die Bibel zunächst das Alleinsein Adams mißbilligt und das, was dem Manne fehle, was er unter allem bis nun Erschaffenem wohl suchte, doch nicht finden konnte, als "ITJJ, als Hilfe, Gehilfin für den Mann bezeichnet, fehlt dem Koran dieser Ausdruck gänzlich. Seiner Anschauung entsprechend, gilt für Mohammed als Bestimmung des Weibes 1) Nöldeke, Geschichte des Koran, S. 6. 2) Die nachkoranische Literatur kennt bereits die biblische Fassung der Erschaffung aus der Rippe des Mannes: *äJUd q/> vüü.3-j „Und die Erschaffung seiner Gattin aus seiner Rippe*. — El Balkhi, le Ii vre de la creation et de l'histoire, Publications de l'öcole des langues orientales Vivantes. — Paris 1903, S. 10. 3) Weil, Muhammed, der Profet, Stuttgart 1843, Anm. 543.

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